Sonntag, 16. Oktober 2011

Ich schreibe wie... Thomas Mann. Offensichtlich.

Hey Leute! Die Überschrift ist jetzt keine extreme Selbstüberschätzung meinerseits, sondern schlichte Tatsache. Oder naja sagen wir starke Annahme eines auf komplizierten Algorithmen basierendem Computerprogramms. Schon klar, ihr versteht nicht wovon ich rede, aber ich verwirr euch halt gerne ;)

Ich spreche von der Website Ich schreibe wie..., in der man längere Texte, Geschichten oder Blogeinträge eintippen kann und dann der Computer daraus analysiert, welchem Schreibstil sie ähneln. Je länger das Geschriebene, desto zuverlässiger. Ich als Literaturfreak hab das natürlich gleich ausprobieren müssen und deshalb zuerst meinen letzten Post (siehe unten), später, wenige Seiten aus meinem "Roman" analysieren lassen. Ergebnis:  Beim ersten Mal "Frederike Mayröcker" (zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vorher noch nie etwas von ihr gehört habe..Pff, das ärgert mich. Ich hasse es, wenn ich berühmte Autoren nicht kenne) & dann "Thomas Mann". Dass zwei unterschiedliche Resultate vorliegen, wundert mich nicht im Geringsten. Ich blogge völlig anders als ich normalerweise an meinem Roman schreibe. Während in meinen Posts kürzere Sätze vorkommen und es manchmal von pubertären Ausdrücken nur
so wimmelt, verfasse ich mein Manuskript mit erstaunlicher Ernsthaftigkeit, voller abstrakter Metaphern und lange, in einander verschachtelte Satzgefüge. (Also, das ist jetzt zumindest meine Meinung. Natürlich kann man sich selbst kaum beurteilen, aber ich bilde mir ein, dass man ein paar meiner Punkte durchaus als wahr bezeichnen könnte)
Ich bin mir nicht sicher, wie ernst man diese Website nehmen kann. Denn ganz ehrlich: Thomas Mann? Ein Literaturnobelpreisträger? Ein künstlerisches Genie? Okay, ich gebe zu, ich habe mich schon ein wenig gefreut, als mir der Computer diesen Namen angezeigt hat, denn es ist und bleibt ein Riesenkompliment. Ein zweifelhaftes natürlich, aber hey: Man darf doch vor sich hinträumen oder?
Dennoch habe ich ein wenig "recherchiert" (=auf Wikipedia nachgelesen, schließlich bin ich ja ein Kind der Facebook-/Internetgeneration und kann froh sein, wenn ich weiß, wie ein Lexikon überhaupt aussieht.), um nachzuschauen, ob zumindest irgendwelche geringen Gemeinsamkeiten zwischen ihm, dem deutschen Schriftsteller von Werken der Weltliteratur, und äh naja, mir bestehen. Antwort: naja, im weitesten Sinne schon. Offensichtlich schrieb er genau wie ich gerne lange Sätze, voller Einfügungen, Ironie und psychologischen Andeutungen. Seine Erzählweise gilt als "hoch verschränkt" und ist natürlich jeweils der Thematik angepasst. Tja und das wars eigentlich auch schon, offensichtlich sind Thomas Mann und ich doch keine so großen Seelenverwandten. Ich hätte gerne noch eine kleine Textprobe von z.B "Buddenbrooks" gelesen, nur um zu sehen, in welcher Form sich sein Stil dem meinem ähnelt, aber leider konnte ich keine passende finden.
Zu Friederike Mayröcker, meinem anderen Schreibego, sage ich nur: Sie ist Österreicherin, genau wie ich. (Huch, dass hättet ihr jetzt nicht gedacht, oder? Aber yep, ich komme aus Österreich. Das ist dieses kleine Land, das zwischen Deutschland und Italien liegt und voller Berge ist xD. Nein, nein , nicht die Schweiz!) Hm, anscheinend haben wir eine so markante, typische Erzählweise, dass sogar der Computer erkennt, aus welchem deutschsprachigem Raum ich stamme ;).
Fazit zu der Website: Ich finde es eine nette, witzige Spielerei, die ich euch natürlich nicht vorenthalten wollte. Allerdings sollte man sie nicht allzu ernst nehmen. (Tut mir Leid Thommy, ich hätte mir auch gewünscht, dass wir Schreib-Geschwister wären... Na na, nicht weinen!)
Für immer die eure...
Muse

Dienstag, 11. Oktober 2011

Übermüdung, Konzentrationsschwierigkeiten & richtig schlechte Musik

Hallo Leute! Tut mir Leid, dass ich die letzten äh drei, vier Wochen eher abwesend war, aber ich hatte wahnsinnig viel zu tun. Ihr wisst schon, das übliche: Hausaufgaben, Schulstress, am Bahnhof Drogen verticken, die Reifen vom Auto meines Therapeuten zerstechen, aus der Entzugsklinik ausbrechen... Das tägliche Leid eines ganz normalen Teenagers.
Eigentlich wollte ich ja etwas umwerfend Intelligentes posten, etwas dass euch zum Nachdenken bringt, versteht ihr? Bei dem ihr wirklich sagt "wow die hat ganz schön was drauf!" (äh nein, ich hab keine so großen Komplexe, dass ich Bestätigung von einer Handvoll mir unbekannter Leute aus dem Internet brauche... aber es hätte mich gefreut, eure Gedanken mit einem mir wichtigem Thema zu beschäftigen).

Tja leider wird heute nichts draus, da ich 1. momentan nicht die geringste Inspiration habe, 2. unglaublich übermüdet bin. Im Ernst, ich habe letzte Nacht vielleicht 3 1/2 Stunden geschlafen, da ich als 16-jähriger Mensch, beschissene  (uuhhh seht ihr, ich kann auch Jugendausdrücke verwenden & nicht nur immer in diesem pseudo-intelligentem, hochgestochenem Deutsch vor mich hin referieren) soziale Kontakte habe, die keine Hemmungen kennen, mich um 1 Uhr früh anrufen - wenn ich gerade schlafen gehen will - & mich fast 2 Stunden lang wach halten. Als mein Handy die grausame Zeit von 3:10 Uhr angezeigt hat, hab ich mir fast gewünscht ein Außenseiter ohne Freunde zu sein, der zwar einsam ist, aber in der Nacht wenigstens schlafen darf! 3. Habe ich momentan ernorme Konzentrationsschwierigkeiten. Das liegt nicht nur daran, dass ich ziemlich übermüdet bin, sondern auch an der lauten Musik, die etwa alle zwei Sekunden wechselt. Unsere Nachbarn über uns hört man sehr gut & sie haben - gelinde gesagt - einen grauenhaften Geschmack. Ihre Musik klingt etwa so, als hätte man Dubstep vergewaltigt, die Überreste mit Rihannas nerviger Stimme vermischt & daraus dann einen Remix mit Rebecca Gold gemacht. Das klingt echt schlimm, glaubt mir.
Vor allem können sie sich offensichtlich nicht entscheiden, weshalb sie etwa nach drei Sekunden immer den Titel wechseln. Daraus ergibt sich dann ein für Menschen mit Schlafmangel schier unerträgliches Konzert.

Also verzeiht mir bitte etwaige sinnlose Bemerkungen, ungenaue/falsche Grammatik oder unterschwellige Aggressionen. Eigentlich hätte ich unter all diesen Umständen ja gar keinen Post schreiben können, aber eine gewisse, für das Bildungssystem Deutschlands streikende Bloggerin, hat mich daran erinnert, dass auch ich mal wieder von mir hören lassen sollte.
So, & nun entschuldigt mich. Ich muss jetzt rauf und meinen Nachbarn die Fresse einschlagen, weil sie gerade eine besonders abartige Version von dem ohnehin schon miesem "Rude Boy" spielen.
Für immer die eure...
Muse

Sonntag, 18. September 2011

Der Weg aus dem Labyrinth

Hallo! Eigentlich wollte ich ja einen zweiten Post über Banksy schreiben, aber jetzt, während ich vor dem Computer sitze und zusehe, wie das verlassene, weiße Post-textfeld mit schwarzen Buchstaben gefüllt wird, habe ich die Lust verloren. Stattdessen werde ich wieder mal über ein Buch reden. (Mann, 99% meiner Inspirationsquellen sind Romane/Geschichten anderer. Das reinste Plagiat ist das hier!)
Kennt ihr "Eine wie Alaska" von John Green? Es geht um den jungen Miles Halter, der eher wenige Freunde, dafür eine umso größere Leidenschaft für die letzten Worte berühmter Menschen hat. Er kommt aus Florida (Oh Gott, immer wenn ich Florida schreibe, muss ich an den Rapper Flo Rida denken... Wie krank ist das denn? Verflucht sei die Jugend!) und zieht in ein Internat, um aus dem Alltagstrott auszubrechen und "das große Vielleicht" zu erleben. Dort lernt er unter anderem Alaska Young kennen. Ein faszinierendes, unberechenbares, selbstzerstörerisches, äußerst cleveres Mädchen, das sein gesamtes Leben auf den Kopf stellt. Das Buch ist in zwei Hälften unterteilt, "bevor" & "danach". Das heißt, das Buch beginnt mit "136 Tage bevor" und endet mit "136 Tage danach". Welches Ereignis in der Mitte des Romans Miles' Leben zum implodieren bringt und ihn auch noch 136 Tage später beschäftigt, verrate ich euch an dieser Stelle nicht. Nur so viel: es ist vollkommen überraschend, schockierend und unglaublich einfallsreich.

Jedenfalls empfehle ich euch dieses Buch wirklich, da es nicht eins dieser typischen Jugendromane ist, wo es hauptsächlich darum geht: Junge zieht in Internat, trifft dort hübsches Mädchen, erlebt viele Abenteuer, verliebt sich in Mädchen, Mädchen verliebt sich in Junge, ein blödes Ereignis/Hindernis steht zwischen ihnen, schlussendlich kommen sie zusammen. Lieben sich und sind glücklich. Traumhaftes Happy End (Solche Kunstwerke sollten in einem gigantischen Feuer mitten in der Stadt verbrannt werden. Vielleicht motiviert das andere Schriftsteller mal originell zu sein. Andererseits sind derartig schwachsinnige Happy Ends praktisch für den Winter- Klischees brennen nämlich gut.)
Nein, "Eine wie Alaska" ist echt was besonders und wunderschön ironisch geschrieben. Aber worauf ich eigentlich hinaus will:
Alaska zitiert einmal die letzten Worte von Simon Bolivar: "Damn it! How will I ever get out of this labyrinth?" Miles fragt darauf, was das "Labyrinth" sei, was Simon Bolivar mit seinen letzten Worten gemeint hat. Und Alaska antwortet: "That's the mystery, isn't it? Is the labyrinth living or dieing? Which is he trying to escape - the world or the end of it?"
Ich finde das klingt wunderschön und ist ein interessantes Thema. Was hat Simon Bolivar - ein Freiheitskämpfer übrigens - gemeint? Aus welchem Labyrinth will er hinaus? Versucht er vom Labyrinth des Sterbens zu fliehen? Oder des Lebens? Alaska Young kommt zu dem Schluss, dass es das Labyrinth des Leidens sein muss. Das ist äußerst faszinierend, finde ich. Was ist, wenn wir alle darin gefangen sind? Wenn wir einen Weg aus dem Labyrinth des Leidens suchen müssen? Aber wie? Durch Religion, Mitgefühl, Dankbarkeit, Egoismus, Selbstlosigkeit?
 Ich weiß nicht, ob dieser Gedankengang pessimistisch oder spannend ist. Vielleicht auch beides. Jedenfalls ist das eine der schönsten, unglaublichsten Stellen des Buches, als Alaska "That's the mystery, isn't it? Is the labyrinth living or dieing? Which is he trying to escape - the world or the end of it?" haucht. Ab da beginnst du dich nämlich selbst zu fragen, worin wir gefangen sind. Wie wir hinaus kommen. Ob wir jemals dem Labyrinth des Leidens entfliehen können. Ich weiß nicht, wenn ich das hier so schreibe, klingt alles so bedrückend, aber das ist es nicht. Nur faszinierend.
Für immer die eure..
Muse

Donnerstag, 1. September 2011

Banksy

Hey Leute! Ich weiß, ich hab mich einen ganzen Monat nicht gemeldet, aber ich hatte einfach eine extrem faule Phase in der ich weder schreiben noch sonst etwas tun wollte. Aber da in knapp zehn Tagen die Schule schon wieder beginnt, muss ich langsam in die Gänge kommen und meinen Hintern hochkriegen, um es mal sehr professionell und poetisch auszudrücken ;).
Eigentlich habe ich ja die letzten vier Wochen von Zeit zu Zeit an einem Entwurf für einen Post gearbeitet, aber JETZT wird mir klar, dass ich nur Mist geschrieben habe und deshalb bekommt ihr nun spontan einen paar Sätzchen von mir aufs Auge gedrückt.
Wie ihr vielleicht bemerkt habt, hab ich ein neues Profilbild (uhh seht ihr? Muse kann sich auch aufraffen und ein Bild reinstellen! Bin ich nicht mega cool??). Der Oberkörper einer Frau, die ein "I AM BANKSY" T-Shirt trägt. Wie ich zu diesem Bild komme, erzähl ich euch gern detailiert ein anderes Mal (nana nicht weinen. Ich beglücke euch schon noch mit meinen mehr oder weniger sinnfreien Beiträgen.), doch vorher würde ich euch lieber erklären wer Banksy ist und warum ich ihn so vergöttere.
Banksy ist ein Street Art Künstler, dessen Identität weitgehend unbekannt ist. Er ist in der Welt populär für seine wunderschönen, ironischen Graffitis, seinen Unmut dem Kommerz und alles was damit zusammenhängt gegenüber, ja seiner einzigartigen Denkweise eigentlich. Hier eine Auswahl seiner Zitate (natürlich auf englisch), die euch vielleicht verdeutlichen können, warum ich ihn so bewundere und die auch erklären, wie er so tickt:

Copyright is for losers. (steht auf der Innenseite des Einbandes seines Buches "Wall and Piece" an der Stelle, an der... nun ja, das Copyright stehen sollte.)

Some people become cops because they want to make the world a better place. Some people become vandals because they want to make the world a better looking  place.

All artists are prepared to suffer for their work, but why are so few prepared to learn to draw?

It takes a lot of guts to stand up in a western democracy and call for things no-one else believes in - like peace, justice and freedom.

We can't do anything to change the world until capitalism crumbles. In the meantime we should all go shopping to console ourselves.

People either love me or they hate me, or they don't really care.

(tut mir Leid, ich war eindeutig zu faul das alles in Klammer zu übersetzen. Aber hey - google translate ist euer bester Freund!)
Sein Stil ist ironisch-sarkastisch, richtet sich gegen Kommerz, Krieg und vielleicht auch falsche Systeme. Er sprayt vorwiegend mit Schablonen, die er vorher detailgetreu anfertigt. Seine Lieblingsmotive sind Ratten weil sie "dreckig und nicht willkommen" sind, außerdem ist das englische Wort "rat" ein Anagramm für "art", also Kunst. Sein Kommentar dazu: I'd been painting rats for three years before someone said "that's clever it's an anagram of art" and I had to pretend I'd known that all along.

Er ist ein echter Künstler, ein wirklicher Street Artist, der noch nicht im sterilen Atelier gefangen ist und vor Autoritäten zittert. Das liebe ich so an ihm. Falls ihr mal Zeit habt, zieht euch doch seinen Film "Exit through the gift shop" rein (Trailer zu exit through the gift shop) oder seht euch sein Buch an, "Wall and Piece" (Tss ich mach mal wieder absichtlich unabsichtlich Werbung für etwas, dass mich begeistert.... irgendwann sollte ich Geld dafür verlangen). Banksy ist wirklich einzigartig und ich bin ganz fasziniert von seiner Denkweise, aber auch von seinem Talent.


Keine Ahnung wie er das geschafft hat zu sprayen. Und dass "I don`t believe in global warming" halb vom Wasser verschluckt wird.... ja, das nennt man Ironie.

So wie ich mich kenne, werde ich sicher das nächste Mal wieder über Banksy reden, denn über ihn gibt es echt viel zu berichten und ihr wisst jetzt noch nicht mal die HÄLFTE. Und sind wir mal ehrlich: über Kunst kann ich stundenlang reden. Anstrengend, ich weiß.
Für immer die eure....
Muse


Sonntag, 31. Juli 2011

Meine Faszination für die Gefühle, Gedankensplitter und Tagesabläufe anderer Personen

Hey meine Kleinen! Na, genießt ihr den Sommer? Ja, ich auch <3.
In letzter Zeit habe ich eher traurige Beiträge gepostet (von äh Krisen, kaputten Systemen... ihr wisst schon. Der ganze Mist halt, der einen echt depressiv machen kann.), weshalb ich mir nun vorgenommen habe, heute von etwas Neutralem zu schreiben. (Obwohl auch mich die Geschehnisse in Norwegen sehr verstören. Aber ich will nicht immer zu daran denken!)
Tagebücher faszinieren mich irgendwie. Sofern sie nicht NUR aus langweiligen Tagesabläufen - die jedoch manchmal auch interessant sein können, wenn sie aus der Norm fallen - bestehen. Momentan lese ich welche von Anne Frank und von Kurt Cobain (ja ich weiß, unterschiedlicher gehts echt nicht mehr!). Ich persönlich habe nie die Disziplin eins zu führen gehabt, weshalb ich Leute die mit Konstanz an einem schreiben (man denke mal nur an Sylvia Plath! Ich könnte nie jeden einzelnen Tag Einträge machen - und das über Jahre hin weg) zutiefst bewundere. Wenn du die Tagebücher anderer Menschen liest, lernst du sie besser als sonst irgendwie kennen. Du tauchst in ihren Alltag, in ihre Gedankenwelt ein... identifizierst dich vielleicht sogar mit ihnen. Dieses Gefühl kann dir keine noch so gute Geschichte vermitteln.
Das Tagebuch der Anne Frank: Traurig? Natürlich ist es das. Das Tagebuch einer jugendlichen Jüdin, die sich im zweiten Weltkrieg mit ihrer Familie in einem Hinterhaus versteckt, jedoch letzten Endes verraten wird und im KZ stirbt, macht einen wahnsinnig bedrückt. Doch ihre Aufzeichnungen sind mehr als das. In der Beschreibung wird sie "eine einzigartige, junge Schriftstellerin" genannt und dies meiner Meinung nach zu recht. Ich habe noch keine Geschichte von ihr gelesen, jedoch merkt man, wenn sie die Geschehnisse im Hinterhaus nach zu erzählen versucht, eindeutig, dass sie eine gewisse Begabung besitzt. Die Beschreibung ihrer Gedanken, ihrer Gefühle, ihres Zorns, ihres Weltschmerzes, ihres Glücks.... all das ist so schön. Manchmal vergisst man auch einfach den späteren Verlauf ihres Lebens (oder zumindest möchte man das). Dann ist sie nur ein Mädchen, das an ihre 1.Liebe denkt, kritisch über sich urteilt oder sich mit der Mutter streitet. Doch sofort rückt wieder ihr Schicksal ins Auge und es bricht einem das Herz, wie sie über die Zukunft schreibt und Journalistin werden will, obwohl man genau weiß, dass sie dies nie erleben wird....
Ich will hier keine Rezession abgeben, ich glaube das könnte ich auch nie, schließlich ist das ein Tagebuch. Aber es ist schön geschrieben, berührend, und es wird nicht umsonst als "Symbol der Grausamkeiten des Holocausts" betitelt.
Kurt Cobain: Ja, wie fange ich da am besten an?
Obwohl er schon seit 17 Jahren tot ist, ist Kurt Cobain immer noch eine Legende. Selbst Leute, die keine Nirvana-Fans sind, kennen den eigenwilligen Künstler.Sein Tagebuch ist auch keins im klassischen Sinne, d.h es ist nicht chronologisch mit Datum versehen. Nein, viel mehr sind es mit Gedankensplittern/Songtexten gefüllte Seiten, die einen verwirrenden Einblick in sein Leben und seine Welt geben.
Ganz ehrlich? Ich vergöttere es. Seine teilweisen unlogischen Gedankengänge, bei denen du vermutest, dass er zu dem Zeitpunkt bekifft war, seine Aufforderung "mit der Maske des Feindes das System zu infiltrieren, um es zu zersetzen", seine einzigartige Sichtweise, seine unglaublichen, kreativen, merkwürdigen Sätze.... das alles macht sein "Tagebuch" besonders. Es ist genau mein Ding: kreativ, künstlerisch, mit einer gewissen Eigenart und einem herzhaften "scheiß auf alle". Der Mensch, der sich mit 27 Jahren den Kopf weggeschossen hat, übt eine unglaubliche Faszination auf mich aus. Und das, obwohl - okay, jetzt kommt das wirklich Schockierende - ich nicht einmal ein richtiger Nirvana-Fan bin. (Puh, jetzt ist es draußen...) Natürlich habe ich 10, 12 Lieder auf meinem IPod und kenne den Text von "smells like teen spirit" beinahe auswendig - was zugegeben nicht sonderlich schwer ist - so oft habe ich es schon gehört, aber richtiger Hardcorefan bin ich nicht.
Weshalb ich auch zuerst unschlüssig dem Kauf des Tagebuchs gegenüber war. ("Mann soll ich es echt nehmen? Oder ist das nur was für wirkliche Fans, die noch immer seinen Tod betrauern? Hm, irgendwie habe ich Hemmungen....immerhin ist das sein Tagebuch! Vielleicht sollten das nur Leute lesen, die Nirvana aus tiefster Seele lieben und nicht irgendwelche verkrachten Literaturfreaks, die den Einblick in die Gedankenwelt eines selbstmörderischen, legendären, kreativen Künstlers faszinierend finden^^") Letzten Endes konnte ich jedoch nicht widerstehen. Und ich bin froh, denn seine Sätze sind wirklich der Wahnsinn und sprühen nur so von kranker Kreativität. Ich habe es noch nicht zu Ende gelesen, aber ich freue mich wirklich darauf. (Seine letzten Worte waren übrigens: "It's better to burn out than to fade away." Wow. Und ja, ich weiß genau, was er meint...)
Zum Schluss noch....
Die Moral: Ich weiß nicht, ich habe mir schon ein paar Gedanken darüber gemacht, ob es moralisch richtig ist, Tagebücher anderer Leute zu lesen. Denn, egal ob sie tot sind oder nicht, es ist immer ein Eindringen in ihre Privatsphäre. Bei Anne Frank ist der Fall klar, immerhin war eine Veröffentlichung irgendwie ja ihr Wunsch, aber bei Kurt Cobain....? Viele böse Zungen behaupten ja, das sei nur Geldmacherei von  Courtney Love (=die Witwe). Ich habe keine Ahnung, ob es richtig war, sein Tagebuch zu publizieren.
Naja, es ist schwierig, darüber zu urteilen, wenn man in Wahrheit kaum mit diesem Thema vertraut ist. Vielleicht sollte ich mich mal mit einem richtigen Nirvana-Fan darüber unterhalten.
Für immer die eure
Muse

Sonntag, 17. Juli 2011

Von Staatspleiten und kaputten Systemen

Ich interessiere mich nicht groß für die Wirtschaft. Diese Branche voller Gier, Erfolg und Kommerz reizt mich kaum und passt so gar nicht zur leichten, individuellen, manchmal so widersprüchlichen Kunst, der ich mich eher verschrieben habe. Dennoch muss ich mich irgendwie mit diesem Sektor beschäftigen, vor allem in letzter Zeit.
Kommt es mir nur so vor, oder spricht seit geraumen Wochen jedermann von Schulden und Bankrotten? Egal ob die USA, die am 2. August vor der Zahlungsunfähigkeit stehen könnte (was, zugegeben, nicht ganz so wahrscheinlich ist), das liebe Italien, das ein milliardenschweres Sparpaket schnüren musste oder Griechenland, das sowieso schon "weg vom Fenster ist", um es mal ganz professionell auszudrücken.... Von den "Sorgenkindern der EU" (Zitat: äh irgendeine Zeitung) wie Spanien, Portugal und Irland will ich gar nicht erst anfangen. Nur China geht es offensichtlich gut, aber dass ist ja bei den unzähligen "Made in China" Schildchen kein Wunder.
Hm, ziemlich interessant mit an zu sehen wie alles zerbricht. Meine Eltern entstammen den Sechzigern, wo alles aufwärts ging, die Leute wohlhabender wurden und es jeder besser hatte, als in den kalten, schrecklichen Kriegsjahren zwei Jahrzehnte zuvor. Wir hingegen wurden in eine Welt hineingeboren in der - okay, wie kann ich das jetzt gut ausdrücken?- irgendwie alles den Bach runter geht. Klar, die Medizin macht Fortschritte, wir haben eine höhere Lebenserwartung, nicht jeder zweite krepiert an Tuberkulose und letzten Endes haben wir auch mehr zu essen, aber ganz ehrlich? Etwas läuft in unserem System falsch. Wieso habe ich ein Kühlschrank voller (wahrscheinlich gen-veränderter) Lebensmittel, während 10 Millionen Menschen (!) dem Hungertod nahe sind? Warum spazieren beängstigend dürre Mädchen den Laufsteg auf und ab, mit Klamotten auf dem Leib, dessen Preis womöglich einer kleiner Wohnung im nahen Osten entspricht? Wie kann es sein, dass die ach so gleichberechtigte USA noch nie eine weibliche Präsidentin hatte? Ich weiß, ich vermiese euch gerade so richtig die Laune, aber angesichts dieser Situation, muss ich meinem Schock irgendwie Luft machen.
Natürlich, das Leben ist schön und ja, es gibt so viele wunderbare Leute, die alles dafür tun, um die Erde ein Stückchen besser zu machen , dennoch, wenn ich wieder mal lese, wie Länder geldgeile Banken "retten", während Millionen Afrikaner einen qualvollen Hungertod sterben, frage ich mich wirklich, in was für einer Welt bin ich gelandet?
Ich weiß nicht, irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir in einem kaputten, kranken System leben, in dem nichts gerecht verteilt ist. Vielleicht bin ich zu zynisch, zu pessimistisch und habe eine merkwürdige Art,alles zu verurteilen, aber.... beunruhigend ist das doch schon ein wenig, oder nicht? Das wirklich frustrierende ist: Ich bezweifle, dass es eine Lösung gibt. Menschen ändern sich beinahe nie. Die Geschichte wiederholt sich immer wieder und zeigt uns, dass wir nur sehr schwer unsere Laster, unsere negativen Charakterzüge verschwinden lassen können. Und wenn sich die Menschen nicht ändern, ändert sich auch nicht das System.
Okay, das hört sich alles ziemlich traurig an. Nicht die tollsten Zukunftsaussichten.
Ein gutes Mittel dagegen? Sich der Kunst - insbesondere der Literatur - widmen. Das beste Beispiel, dass die Menschheit vielleicht nicht vollkommen ist, aber dennoch unglaublich schöne, wunderbare und herzensgute Dinge hervorbringen kann.
Für immer die eure
Muse

Freitag, 1. Juli 2011

Wir nennen ihn Gott, ihr nennt ihn Allah

Hallo! Na meine Lieben, freut ihr euch auf die Sommerferien? Ich auch. Meine blasse Haut lechzt nach ein paar wärmenden Sonnenstrahlen, mein sonniges Gemüt sehnt sich nach reichlichen Stunden am Pool.... Ach, so was ist pures Lebensglück ;).
 Aber da meine Zeit - und eure wahrscheinlich auch - eher knapp bemessen ist, will ich diesen Post nicht mit gewöhnlichem Smalltalk füllen, sondern lieber mit meinen Gedanken über Toleranz und Religion. (Obwohl meine geistlichen Ergüssen sicher nicht viel wertvoller für die Gesellschaft sind, als sonstiges Geplauder xD).
Ich bin nicht religiös, wirklich nicht. Eigentlich bin ich ein relativ rationaler Mensch (was es umso merkwürdiger macht, dass ich eine derartige Passion für die absolut nicht erklärbare, unberechenbare Kunst habe). Dennoch beschäftige ich mich ab und zu mit diesem Thema, da es eigentlich allgegenwärtig ist.
 So auch heute:
Manchmal frage ich mich wirklich, wieso dermaßen viele Kriege der Religion wegen geführt werden. Warum wir andere Leute ständig von unserem Glauben überzeugen müssen. Schafft es die menschliche Spezies nicht, friedlich neben anderen Kulturen zu leben und deren - für uns vermeintlich eigenartigen - Religionen zu akzeptieren? Letzten Endes, egal wie unterschiedlich der Glaube auch sein mag, gibt es Gemeinsamkeiten. Die berühmte, "goldene Regel" beispielsweise ("Was du nicht willst, dass man dir tut, dass füg auch keinem anderem zu" mal äh sehr grob ausgedrückt). Die ist beinahe überall vertreten.
Die meisten Menschen suchen doch nur einen Halt, eine Sicherung, die verhindert, dass ihr rationales Gehirn geradezu implodiert vor lauter ungelösten Fragen über das Universum. Was passiert mit uns, wenn wir sterben? Welchen Sinn hat das Leben? Wer bin ich eigentlich? Wir alle suchen Antworten und viele finden sie in der Religion.
Vor allem der Tod macht uns Menschen eine Riesenangst, denn Gedanke einfach nicht mehr zu existieren kann einen echt wahnsinnig machen. Und da kommt die Religion zum Einsatz: Dass der Verstorbene - und man selbst vielleicht eines Tages auch - im Paradies weilt, hilft einen den Tod zu verarbeiten.
Ich persönlich bin ja eher der Meinung "Die Menschen glauben nur an ein Leben nach dem Tod, weil sie das Gegenteil davon nicht ertragen können.", aber ich bin mir sicher, dass Unzählige die Liebe zu Gott oder derartiges, "gerettet" hat.
Die goldene Regel, der Umgang mit dem Sterben, die Aussicht auf ein Paradies o.ä. haben doch alle Religionen gemeinsam..... warum schafft man es trotzdem nicht, sich zu arrangieren? Wieso heißt es immer so abwertend "die Moslems", "die Christen", "die Juden"? Ist der Mensch einfach ein verbittertes, kriegssüchtiges Wesen, welches Abweichungen und Unterschiede nur schwer ertragen kann?
Ach, ich weiß, ich verallgemeinere total, aber es gibt einfach entsetztlich intolerante Personen und das fällt mir in letzter Zeit immer mehr auf.
Dabei kann es so leicht sein: Egal wie wir ihn/sie nennnen - Gott, Buddha, Allah, Shiva... -, sie sind für uns etwas Höheres, sie sind vielleicht die Antworten auf Fragen, die wir uns immer gestellt haben. Sie sind der letzte Trost beim Tod und der bestehende Halt, wenn uns die Welt auf dem Kopf fällt (zumindest KÖNNEN sie das sein).
Alle Religionen haben das irgendwie gemeinsam, oder? Das verbindet doch, nicht wahr?  Vielleicht führen ja viele Wege ins Paradies und letzten Endes, dürfen wir ihn uns aussuchen. Ganz individuell. Wie wir Menschen halt.
Für immer die eure
Muse