Sonntag, 3. Juni 2012

Ich will nach Kassel!

Hey Leute! Puh, ist schon wieder ein Monat her, dass ich geschrieben habe. Obwohl es ja eigentlich viel gegeben hätte, worüber ich mich auslassen hätte können: Einen neuen Lieblingsfilm, das Champions League Finale (Ich weiß nicht, ob ich das Chelsea jemals verzeihen werde. Zuerst Barcelona rauskicken und DANN auch noch Bayerns Träume zershmettern. Gott, der arme Schweinsteiger. Ich hätte ihn am liebsten umarmt und ihm einen Keks geschenkt oder so.) und schließlich der Eurovision Songcontest, den ich NICHT gesehen habe (Als ich erfahren habe, wen Österreich ins Rennen geschickt hat, ist das irgendwie... zu viel gewesen. Manchmal will man seine Landsgenossen ins Gesicht schlagen. Mit einem Stuhl.). Allerdings war es, aufgrund vieler anstehender Prüfungen, relativ schwer Zeit zu finden. Naja, lange Rede, kurzer Sinn: I'm back, bitches! (Hach, bin ich hardcore. Sollte eine Straßengang gründen und Friseurläden überfallen.)

Heute Morgen bin ich, mit einer Tasse Kaffee in der einen und der Zeitung in der anderen Hand, auf einen äußerst interessanten Artikel über die "documenta 13" gestoßen.
Für diejenigen, die es nicht wissen: Die documenta ist die wohl bedeutendste Ausstellung zeitgenössischer Kunst weltweit und findet alle 5 Jahre in Kassel statt. Das Wort "documenta" beinhaltet die beiden lateinischen Wörter "docere" und "mens", also "lehren" und "Sinn, Geist". (Wow, die zwei Jahre Latein haben sich bis jetzt schon mal gelohnt!)
Dieses Jahr läuft sie unter dem Motto: "Collapse & Recovery" - also etwa "Zusammenbruch und Wiederaufbau" -  und ich würde alles dafür geben, um dorthin fahren zu können! Stellt euch das mal vor: über 100 verschiedene, exzellente KünstlerInnen, die ihre einzigartigen Werke ausstellen. Hach, die Atmosphäre in dieser Stadt muss in den Ausstellungstagen fantastisch sein.
Und dann auch noch zeitgenössische Kunst! Ich finde den Impressionismus und den Surrealismus ja schon sehr faszinierend, aber die Gegenwartskunst schlägt irgendwie alles (gehören eigentlich Pop Art und Street Art zu diesem Begriff dazu? Letzteres mit Sicherheit, aber vermutlich wird es kaum in Kassel vertreten sein. Schade...).  Wahrscheinlich ist die documenta sogar inspirierender als der Louvre! Oder naja, zumindest rebellischer.
Hach, es ist sehr frustrierend, von so einer wahnsinnig tollen Ausstellung zu wissen und nicht hinfahren zu dürfen. Ich kann nur hoffen, dass es 2017 die documenta/Kassel/den Euro/Deutschlang noch gibt und es mir möglich ist, dabei zu sein.
Für immer die eure...
Muse

P.S: Hm, ich seh schon. Viel kursiv, wenig sinnvoller Text. Vielleicht sollte ich noch ein paar Bilder einfügen?

P.P.S: Für all die Wissenschaftsfreaks und Leute, mit schlechtem, nerdigem Humor (also ähm, ich beispielsweise):


Also ich find das echt witzig. (Falls ihr den wissenschaftl.
 Hintergrund nicht versteht, fragt Wikipedia.)

Donnerstag, 3. Mai 2012

Von Wörtern und Farben

Hey Leute! Normalerweise melde ich mich ja nicht in so kurzen Abständen, da ich mich allerdings vor dem Lernen drücken will & außerdem noch ganz reizende Komplimente zu meinem letzten Post von meiner Lieblingsbloggerin bekommen habe, bin ich natürlich höchst motiviert.

Heute will ich euch einen verdammt coolen Typen vorstellen, der meine volle Bewunderung hat und von dem ich glaube, dass er mit Leib und Seele Künstler ist: Tyree Callahan. Meine Informationen bezüglich seiner Biografie sind leider ausgesprochen dürftig, da die deutschsprachige Wikipedia schockierend wenig - okay, sind wir ehrlich: rein gar nichts - über ihn weiß und woher sollte ich sonst mein Wissen über ihn erweitern? (Jaja das Credo der Internet Generation: Wenn Google/Wikipedia jemanden nicht kennt, existiert er gar nicht.) Ich weiß nur, dass er ein junger (?), noch relativ unbekannter Maler ist, der offensichtlich in Washington lebt. Er schreibt einen Blog, auf dem er manchmal seine neuesten Werke reinstellt.

So, aber das eigentlich Faszinierende kommt erst jetzt: Er hat die sogenannte "Chromatic Typewriter" erfunden. Das ist eine Art Schreibmaschine, bei der jede Buchstabenstaste mit einem kleinen Farbfässchen verbunden ist, sodass - wird eine Taste betätigt - anstatt dem Buchstaben, die entsprechende Farbe auf das Papier gedruckt wird. Wenn ihr also ein "a" tippt, färbt sich ein Teil des Papiers beispielsweise rot, bei einem "q" violett usw.







Ist das nicht eine wunderschöne Idee? Stellt euch vor: Ein Emily Dickinson Gedicht als Gemälde an der Leinwand, einen Hemingway - geschützt durch den Bilderrahmen - im Wohnzimmer..... Ich finde es absolut brilliant, eine Möglichkeit zu erfinden, Wörter in Farben, Geschichten in Gemälde zu verwandeln. Das ist doch pure Kunst, nicht wahr? Dieser Mensch hat jedenfalls meine vollste Bewunderung. Er kann die doch
ansonsten so reale Literatur, mit all ihren Wertungen und sprachlichen Assoziationen, in eine viel abstraktere Kunstform verwandeln, die ausschließlich visuell ist. Ich liebe diesen Gedanken und hoffe, vielleicht eines Tages so eine Schreibmaschine in echt sehen zu können.

Für immer die eure...
Muse



Sonntag, 29. April 2012

Ich nenne mein Kind nicht "Guy".

Hey Leute!
Ja, ich gebe es zu: Ich bin ein Listen-Mensch. Wenn ich viele Dinge erledigen muss, notiere ich sehr gerne
auf einem abgerissenen Zettel/Briefkuvert/Heftrückseite fein säuberlich jede Arbeit, sowie deren Zeitaufwand. Dass ich eben jene Liste nach einer Stunde nicht mehr finde und deswegen oftmals den Großteil des Geschriebenen einfach vergesse, ist eine zu vernachlässigene Tatsache, da diese Liste nur den Zweck erfüllt, meinen Kopf frei zu kriegen. Klingt komisch? Ich weiß, aber falls es euch noch nicht aufgefallen ist: Menschen sind äußerst merkwürdig.
Normalerweise würde bei der Entscheidung "Fließtext vs. Liste" eindeutig Ersteres gewinnen, doch ich muss gestehen: Ich bin heute außerordentlich übernächtigt und der Gedanke, dass ich einen halbwegs anständigen Post zusammen bekomme, ist mehr als lachhaft. (Ehrlich gesagt habe ich schon Mühe, nicht mit dem Kopf auf die Schreibtischplatte zu knallen.)
Deshalb habt ihr hier und heute das Vergnügen meine "10 Erkenntnisse dieser Woche" zu lesen - als Liste!
(Ich weiß, das ist nicht besonders toll, aber mein Körper ist gerade mit dem Ethanolabbau beschäftigt, da dürft ihr keine Höchstleistungen erwarten.) Sit back & enjoy.

1.) Es gibt einen ehemaligen Eishockeyspieler, der Guy Lafleur heißt und lange blonde Haare hatte.
(Mir fallen jetzt schon zehn Witze über seinen Namen ein. Wer nennt sein Kind bitte "Guy"?)

2.) Das menschliche Verhalten kennt weder Logik noch Rationalität, sondern nur emotional begründete Handlungen -> soziale Interaktionen sind sehr nervenaufreibend.

3.) Mir ist es völlig egal, wer bei Germany's next Topmodel rausgeflogen ist! Wirklich!
(Und ihr werdet mein Interesse nicht wecken, indem ihr mir jedes einzelne Mädchen vorstellt, obwohl sie sowieso alle gleich aussehen.)

4.) Die Twilight-Buchreihe ist nicht gut.
(Es tut mir Leid, aber kommt schon. Das musste mal gesagt werden!)

5.) "Love is a blind whore with mental disease and no sense of humor."

6.) Ich weiß nicht warum, aber die Tatsache, dass bei dem Titel "Die Leiden des jungen Werther" das s vom Genitiv fehlt, irritiert mich immer noch.

7.) Ich liebe Koffein. Wirklich.

8.) Leute, die mich "Prinzessin" nennen, sollte ich erschlagen dürfen.
(Was glaubt ihr, wen ihr vor euch habt? Cinderella?)

9.) Ich bin eine schlechte Bloggerin.
(Ich besitze nicht den richtigen Humor, schreibe fast nie und wenn doch, dann kommt SO etwas dabei heraus. Spiele mit dem Gedanken meinen Blog zu löschen, doch wohin sollte ich dann meine pseudo-intelligenten Gedanken posten?)

10.)  Das stellt vielleicht Griechenlands Haltung nicht ganz historisch korrekt dar, ist aber witzig:



Okay, das waren möglicherweise keine "Erkenntnisse" aber der Titel "10 Phrasen, die mir eben durch den Kopf geschossen sind und rein gar nichts miteinander zu tun haben" klingt nicht ganz so gut.
Naja Fazit: Ich werde mein Kind nicht "Guy" nennen.

Für immer die eure
Muse

Donnerstag, 5. April 2012

...and the beat goes on!

"The only people for me are the made ones, the ones who are mad to live, mad to talk, mad to be saved, desirous of everything at the same time, the ones who never yawn or say a commonplace thing, but burn, burn, burn, like fabulous roman candles exploding like spiders across the stars..."


Ja, ich habe gerade Jack Kerouac in meinem Blog zitiert und ich bin stolz drauf. Seit ich die ersten 50 Seiten von "On The Road" gelesen habe, vergöttere ich ihn gerade zu und er reiht sich somit würdevoll in die Liste inspirierender Menschen/KünstlerInnen ein, deren Bild ich mir sogar in mein Zimmer hängen würde (was für eine Ehre!) Doch vielleicht sollte ich für die Leute, die weder mit dem Namen "Jack Kerouac", noch dem Begriff "Beat Generation" etwas anfangen können, ganz von vorn beginnen.

Jack Kerouac war ein US-amerikanischer Schriftsteller (1922-1969), der als Mitbegründer der sogenannten Beat Generation gilt und dessen wichtigstes Werk "On The Road" viele gesellschaftskritische Kulturentwicklungen beeinflusst hat. Seine Lebensweise ist nicht ganz einfach zu erklären: Sie war exzessiv, geprägt von Alkohol, häufig wechselnden Partnerinnen, dem Experimentieren mit Drogen und - womit er eigentlich berühmt wurde - wilden, spontanen Roadtrips, quer über den amerikanischen Kontinent und in Europa. Immer weiter, weiter, weiter.... "denn der gerade Weg führt nur zum Tod." Jack Kerouac - und die Beat Generation selbst, siehe unten - glaubte an "die Fortbewegung als Mittel der Selbstveränderung", für ihn war nicht entscheidend warum, sondern wie  man lebte. Spontan, wild, jung, kreativ...aufgrund "der zerrissenen und ekstatischen Freude am puren Dasein". Sie hatten einen gottverdammten Weltkrieg er- und überlebt! Vielleicht waren sie müde, erschöpft, allerdings immer noch verrückt genug, um die ganze Nacht lang zu brennen, brennen, brennen....


So, eigentlich wollte ich euch von "On The Road" erzählen. Doch muss man hier unterscheiden zwischen der Druck - und der Urfassung. Ich habe natürlich letzteres gelesen, worüber ich heilfroh bin (den Grund erkläre ich euch später). Dessen Inhalt kann man relativ gut mit einer Phrase zusammenfassen: Sex, Drugs & Rock'n'Roll Jazz. Das Buch erzählt in einer unnachahmlichen Weise von spontanen, aufregenden Roadtrips, die Jack Kerouac (meistens mit seinem Kumpel und Inspirationsquelle Neal Cassady) in den späten 40ern unternommen hat. Allerdings darf man den Roman nicht Autobiografie nennen. Er ist viel mehr eine Geschichte, eine Geschichte von Freunden, die in verrückten Nächten verrückte Sachen erleben, ständig auf der Suche nach sich selbst und nach dem Ende der Straße, aber auch von einem orientierungslosen Amerika, das nach dem Weltkrieg nicht ganz weiß, wo es hinsteuern soll. Ach, man kann das gar nicht beschreiben, man muss es lesen und selbst den Beat fühlen. (Okay, zu melodramatisch? Aber es klingt so schön...Nein, ich lass das jetzt so stehen.) 
Auch der Stil ist absolut einzigartig: Jack Kerouac erfand das sogenannte "Skizzieren". Diese Art des Schreibens beinhaltet abgebrochene Sätze, eigentümliche Formulierungen voller Details, die, wie die Straße, keine Ende nehmen mögen, abschweifende Unterbrechungen... "On The Road" liest sich wie ein Bewusstseinstrom des Protagonisten, wie Gedanken, die hin und her springen, voller Gefühle, Beobachtungen und Wertungen. Aber auch dies ist fast unmöglich euch zu erklären, solange ihr die Urfassung nicht gelesen habt.
Zum Schluss will ich noch kurz etwas über die Entstehungsgeschichte sagen:
Jack Kerouac soll die erste Fassung 1951 auf einer fast 40 Meter langen Papierrolle in drei schlaflosen Wochen - voll gepumpt mit Koffeein - geschrieben haben. (Wie er seinem Freund Neal Cassady berichtete: "Hab schnell gemacht, weil die Straße schnell ist.") Natürlich ist das wahrscheinlich ein wenig übertrieben. Aber ich mag die Vorstellung, wie dieser junge, übernächtigte Schriftsteller vor seiner Schreibmaschine sitzt, neben sich seine akribisch protokollierten Reiseberichte und Notizbücher, wo er seine Gedanken und Einfälle festgehalten hat, während er die letzten Tropfen Kaffee aus einer kaputten Tasse trinkt.
Das hat so etwas Künstlerisches ansich....oder?

Meine Kritik: Es ist eines der besten Bücher, die ich jemals in den Händen halten durfte. So etwas habe ich noch nie gesehen. Die Sprache, der Stil, die Geschichte, die Charaktere....Ich vergöttere es. Jack Kerouac hatte eine einzigartige Sichtweise auf das Leben, die mich stark beeindruckt hat. Vielleicht ist es auch nur eine typisch jugendliche Eigenschaft, die diese Art von Rebellion, dieses bewusste Abweichen der Norm, überaus anziehend findet - ich weiß es nicht - , doch eigentlich ist das egal. Es ist ein wunderschöner Roman, in seiner Art unübertroffen, der diese übermächtige Sehnsucht hervor ruft, einfach aufzuspringen und wegzufahren, alles hinter sich zu lassen und sich am puren Dasein zu erfreuen, mitsamt dem Leben und der Straße.

Oben habe ich erwähnt, dass ich froh bin, die Urfassung gelesen zu haben. Die Unterschiede zur Druckfassung lassen sich nicht einfach erklären, aber ich will es mal versuchen: Sofort nachdem Jack das Manuskript vollendet hatte, begann er es zu überarbeiten.  Er strich diverse Stellen, fügten neue Passagen hinzu usw. Im Laufe dieses sich über Jahre hinziehenden Prozesses, wurde "On The Road" stark eingeschränkt, anonymisiert und naja, dem Mainstream angepasst, weil die Welt offenbar noch nicht für so einen freizügigen Roman bereit war. Letzten Endes entstand dann die Version, die die meisten als "On The Road" kennen. 2007 hat man dann die 40 Meter lange Papierrolle untersucht, die durchgestrichenen Wörter identifiziert und zum ersten Mal eine Fassung gedruckt, die dem 1951 vollendetem Manuskript entsprach, bevor sie von Jack Kerouac gekürzt wurde.
Ich glaube, bei den beiden Versionen gibt es kein "besser" oder "schlechter", aber ich empfinde die Urfassung irgendwie als echter, als authentischer. Deswegen lege ich euch das unten abgebildete Buch dringend ans Herz, da es zudem noch ein paar Nachworte enthält, die wirklich wunderschön geschrieben sind und ohne die ich den Roman wohl nicht voll und ganz verstanden hätte.


Rowohlt Verlag, 2010 publiziert.

Ich hoffe, ihr werdet es genauso lieben wie ich!
Für immer die eure...
Muse

PS: Der Begriff Beat Generation ist eine "literarische" Strömung nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie wurde von eben jenem Jack Kerouac, sowie Allen Ginsberg , Neal Cassady und William Burroughs geprägt. Ihre wichtigsten Werke sind: On The Road (eh klar), Howl und Naked Lunch. Wie sich die Menschen dieser Gesellschaftsgruppe verhalten haben, habe ich oben schon erläutert (falls euch das nicht genug ist: siehe Wikipedia. Aber das muss ich der Facebook/Internet Generation ja nicht extra sagen, oder?)
PPS: Heute ist Kurt Cobains Todestag. Würdigt das bitte angemessen!

Sonntag, 18. März 2012

Intoleranz und Islamhass: Ich bin sehr verstört.

Hey Leute! (Ja ich weiß, ich habe mich schon lange nicht mehr gemeldet...blablabla..Stress... keine Zeit...Es tut mir Leid... etc.etc. Ihr kennt das ja schon von den letzten Posts.)
Vielleicht wusste ich auch einfach nicht, was ich schreiben sollte. Ist schließlich verdammt schwer, ein angemessenes Thema zu finden, dass meine ganze Leserschaft (also sage und schreibe acht Personen!)  gefällt und nicht komplett langweilt. Ob dieser Blogeintrag eben jene Kritirien erfüllt, ist zu bezweifeln, allerdings muss ich schreiben, worüber ich heute im Internet gestolpert bin.

Kennt ihr "Politically Incorrect"? Dieser Blog wurde 2004 vom Sportlehrer Stefan Herre gegründet und richtet sich nach eigenen Angaben "gegen die Islamisierung Europas" und ist "für das Grundgesetz und die Menschenrechte". Anfangs waren die Besucherzahlen kaum erwähnenswert, doch mittlerweile finden sich täglich Tausende auf dieser Seite zum "Diskutieren" und "Kommentieren" ein.
Ich bin zufällig darauf gelandet - ihr kennt das ja, man surft im Internet, klickt verschiedene Links an und plötzlich ist man einfach irgendwo - und war, gelinde gesagt, schockiert. Die ersten Bilder, die einem entgegen schlagen, zieren Deutschlandfahnen mit Sprüchen wie "Muslime erobern Deutschland", "Nein zur Aufnahme der Türkei in die EU" und ähnliches. Auch an Sätzen wie "Danke Thilo Sarrazin!", "Den Sozialisten keine Chance!" und "Mit Muslimen diskutieren - aber wie?" durfte ich mich ergötzen.
Ich war vollkommen fassungslos. Doch als ich anfing, mir ein paar Artikel anzusehen, wurde es immer schlimmer. Sie lasen sich alle wie ein Manifest der Islamfeindlichkeit, wie eine einzige Hetzjagd auf Personen mit türkischem Migrationshintergrund. Und die Kommentare dazu? Ausnahmslos zustimmend. Voller Stolz, politisch inkorrekt zu sein, sich "gegen den Mainstream zu richten" (Als wäre politisch korrekt zu sein irgendwie "in"  und man müsse sich deshalb dagegen stellen und nicht mit dem Strom mit schwimmen..^^). Mir wurde fast schlecht.
Auch die Links zu anderen Seiten, wie beispielsweise "Das Islam-Prinzip" waren keine Spur besser. (Ich darf zitieren: "... der Islam eine nicht zu unterschätzende Bedrohung für jede Freiheitlich-Demokratische-Rechtsordnung darstellt..." usw.)

Ganz ehrlich? Ich war zutiefst erschüttert. Wie ist das im scheinbar aufgeklärten, toleranten 21. Jahrhundert noch möglich? Wie kann man der Meinung sein, der Islam wäre eine Bedrohung für die Demokratie und die Freiheit im deutschsprachigen Raum, obwohl einem der rationale Verstand schon sagt, das dies absolut lächerlich ist? Warum unterscheiden die Leute nicht zwischen Muslimen, Migranten, Terroristen und Radikalen? (Natürlich, weil ich einer bestimmten Religion angehöre, habe ich vor, mich in die Luft zu sprengen! Das habt ihr aber gut erkannt!) Die Wahrheit, die Fakten waren nicht nur angepasst, sondern bis in die Unendlichkeit verzerrt wordenSicher, die Autoren haben teilweise den Koran gründlich studiert, jedoch fanden sie offensichtlich nur das, was sie finden wollten. Wenn ich würde, könnte ich auch in der Bibel derartige Zitate entdecken, die große Ähnlichkeit mit jenen hätten, die sie herausgepickt haben.
Das alles hat mich sehr verstört, doch das vielleicht Schlimmste war: Ihrer Sprache und Ausdrucksform nach zu urteilen, waren das alles relativ gebildete Menschen, die solche Artikel schrieben. Da stellt sich mir die Frage: Wie kann jemand mit einem verhältnismäßig hohem Bildungsstandard, tatsächlich in der Lage sein zu glauben, der Islam, der sich auf dieselben Prinzipien wie die meisten Weltreligionen beruft ("Die goldene Regel"), sei eine derartige Bedrohung, dass man seine gesamte Zeit und Energie dazu verwendet, die Bevölkerung dagegen aufzuhetzen? Im Ernst, das ist nicht nachvollziehbar. Denken sie etwa wirklich, alle Muslime wären Terroristen? Dass zwischen dem Islam und Gewaltbereitschaft ein direkter Zusammenhang bestünde? Mein anfänglicher Schock hat sich in blankes Unverständnis verwandelt. Ich habe hier übrigens absichtlich den Link zu "Politically Incorrect" nicht reingestellt, weil ich mich weigere, derartiges auf meiner Seite zu haben.

Ich könnte mich noch Stunden über diesen Blog aufregen, aber eigentlich will ich das gar nicht, das macht mich nur unnötig aggressiv.  Und weil es so schön zum Thema passt, hier noch ein paar Bildchen. (Quasi eine visuelle Belohnung, da ihr so brav meinen langen Text gelesen habt *über den Kopf streichel*)

Für immer die eure...
Muse


Das ist mal eine gute Werbekampagne. Deswegen würde ich sogar
anfangen bei Benetton einzukaufen.

  Anmerkung: Die "Goldene Regel", ist so etwas wie ein Grundsatz, der in fast allen Weltreligionen - also sowohl im Christentum als auch im Islam - verbreitet ist und wie folgt lautet: "Was du nicht willst, dass man dir tu, das füg auch keinem andren zu." Dieser fast schon kindlich anmutende Reim, hat natürlich in den unterschiedlichen Gebieten der Erde sprachliche Abänderung erfahren, jedoch ist vom Sinn erhalten geblieben.

Mittwoch, 15. Februar 2012

Mal ganz ohne Nörgelei & verbittertem Zynismus

Hallo meine kleinen Lieblinge ! (uhhh die Idee mit der liebevollen, netten Begrüßung ist scheiße.... weg damit.) Wie gehts? Habt ihr den gestrigen Tag gut verbracht?
Ich persönlich mag den Valentinstag ja überhaupt nicht. (Ich weiß, das war zu erwarten. Was meine Abneigungen bezüglich Feiertagen angeht, bin ich ziemlich berechenbar.) Ich finde ihn lächerlich, kitschig, unnötig und viel zu kommerziell. Und das war jetzt die Kurzfassung. Wenn ich will, kann ich eine gute Stunde darüber lästern, angefangen bei den naiv verliebten Pärchen, die sich einbilden, dieser Tag wäre etwas Besonderes, bis hin zu der Tatsache, dass aus dem ehemals heiligen Tag nur Profit geschlagen wird und sonst gar nichts. ABER das erspare ich euch jetzt, denn ich habe mir vorgenommen, mal keinen zynischen, nörgelnden Post mit einem zickigen Unterton zu schreiben, der alle vermeintlichen Fehler der Menschheit an den Pranger stellt. Das Thema Valentinstag regt mich auf, allerdings finde ich es besser, euch zu verschonen.

Nein, das bin nicht ich.

Mir kommt vor, es gibt mehrere Sorten von Valentinstagsmenschen.
Da wären einerseits die süßen, frisch verliebten Pärchen, die denken, dieser Tag wäre etwas Besonderes, ihn ausschließlich zu zweit feiern und etwas zuckersüß Romantisches unternehmen. (Muss ich erwähnen, dass ich das eher lächerlich finde, oder merkt man das an meiner Wortwahl?)
Dann gibt es die verzweifelten Singles, die traurig sind den Valentinstag alleine verbringen zu müssen, diese leidende Miene aufgesetzt haben und sich irgendwie ablenken wollen. Mit Kuchen backen. Mit lesen. Mit saufen. (Alkohol löst zwar keine Probleme, schafft aber interessante neue....)
Eine weitere Sorte sind wohl diejenigen, denen dieser Tag komplett egal ist und die rein gar nichts an ihren Planungen ändern, nur weil die halbe Welt im Kommerzrausch  Liebesrausch ist. Ich zähle mich eindeutig zu dieser Gruppe. Das Einzige, was ich gestern getan habe, war, mich von Montagabend zu regenerieren und  diverse, gute Bücher zu lesen. ("On the Road", "World's End" & "der Fänger im Roggen" auf Englisch, für die Interessierten unter euch)
Und zu guter Letzt noch die Leute, die einen "Anti-Valentinstag" feiern. Bin mir nicht sicher, ob es ermüdete Männer, emanzipierte Frauen oder depressive Singles sind, die in diese Kategorie fallen, aber ich vermute eine Mischung aus allen drei. Was ich - ganz ehrlich - davon halte? Ich weiß nicht. Wenn man einen Tag so sehr hasst, dass man sogar - Gott bewahre! - ein "anti" davor setzt, dann wäre es doch besser, ihn einfach zu ignorieren und nicht noch zusätzlich Aufmerksamkeit darauf zu richten, oder? Und wenn sich eine Frauengruppe mit einem scheinbar selbstbewussten "Scheiß auf den Valentinstag! Wir feiern den nicht!" auf die Barhocker niederlässt und sich anschließend (frustriert?) die Kante gibt, hat das doch etwas Erbärmliches an sich.... Natürlich ist das nicht immer so. Aber ich habe es doch hin und wieder mit einem gewissen Entsetzen beobachten können.
Uhh, wenn ich mir diese Kategorien so ansehe, muss ich mich fragen: Bin ich etwa in die Klischeefalle getappt? Habe ich die Menschen in Sorten unterteilt, in Schubladen gesteckt, obwohl dies bei so komplexen, undurchschaubaren Wesen wie wir es sind, unmöglich ist? Vielleicht. Allerdings gibt es in meinem Umfeld Leute, auf die eben jene Beschreibungen beinahe haargenau zutreffen. Ich kenne naive Pärchen, frustrierte Singles, Valentinstagshasser... Möglicherweise ist der obrige Absatz mit etwaigen Vorurteilen gespickt, aber ein Körnchen Wahrheit steckt bestimmt drinnen, oder?

Ich hoffe, ihr hattet einen schönen 14. Februar, egal was ihr gemacht habt. Falls nicht, es gibt immer noch ein nächstes Jahr (juhuuuu!). Oh, wenn ich mir den kompletten Text so durchlese, bin ich anscheinend doch nicht so ganz ohne Zynismus ausgekommen.... Naja, ihr verzeiht mir das sicher.
Für immer die eure...
Muse

Donnerstag, 9. Februar 2012

Verdammt, wir leben noch!

Hey Leute! Der Anlass meines heutigen Posts ist der Todestag eines Künstlers, über den man ziemlich viel Schlechtes sagen kann - er trank, feierte wilde Drogenexzesse, war teilweise ein eingebildetes Arschloch & natürlich immer hinter hübschen, blonden Frauen hinter her -, doch er bleibt trotzdem ein genialer Interpret, der es als einziger österreichischer Sänger geschafft hat, die Massen weltweit derartig zu faszinieren.
Wahrscheinlich wisst ihr schon, von wem ich rede: Falco. Obwohl er drei Jahre nach meiner Geburt starb (6. Februar 1998), ist er mir dennoch ein Begriff und sein berühmtester Hit "rock me amadeus" gehört irgendwie zu meinen verblassenden Kindheitserinnerungen dazu. Bilder von eben jenem Musikvideo blitzen in mir auf, schwach erinnere ich mich, dieses Lied früher sehr oft gehört zu haben.
Da jedenfalls vor kurzem sein 14. Todestag war, möchte ich euch heute Falco ein wenig näher bringen.


Mit bürgerlichem Namen hieß er Hans Hölzel (Ich darf zitieren: "Also ich glaube, wenn du Hans Hölzel heißt und 1981 im Musikgeschäft antreten willst, dann kannst du damit keinen Preis gewinnen. […] Falco war eine gute Idee, nicht?") und wurde am 19. Februar 1957 in Wien geboren.
Er hatte einen ganz eigenen, neuen Musikstil und wird manchmal auch deshalb als erster weißer Rapper bezeichnet. Natürlich hatte er mehrere Hits (Der Kommissar, Jeanny...) , aber "Rocke me Amadeus" bleibt wohl sein bekanntester. Allerdings will ich nicht seine gesamte Karriere und sein Privatleben hier wiedergeben, sondern euch eher die Art seines Denkens, seinen Charakter vermitteln.
Durch den biografischen Film "Falco: Verdammt, wir leben noch!" habe ich einen ziemlich guten Einblick in seine Persönlichkeit bekommen und was ich gesehen habe, hat mich unglaublich fasziniert.
Falco war sowohl ein Genie, als auch ein arroganter Arsch. Er hielt sich für den Größten, für einen gottgleichen Künstler. Doch kann man es ihm verübeln? Er wurde von den Massen gefeiert, geliebt. und erreichte bis jetzt als erster und einziger deutschsprachiger Interpret die Spitze der US-Billboard-Charts. Dies ist übrigens auch eine sehr schöne Szene im Film: Falco sitzt im Restaurant mit seinen Freunden, als ihn jene frohe Botschaft ("Rock me Amadeus ist auf Platz 1 in den USA!!!") erreicht. Seine Kameraden jubeln und lassen ihn hochleben, doch er ist nur wie betäub und will sofort nach Hause. Als er dort ankommt, rastet er komplett aus, haut alles was ihm zwischen die Finger kommt - Platten, Stühle, Preise... - kurz und klein, ehe er weinend auf dem Boden zusammen bricht. Er hat erkannt, dass man ihn ab jetzt immer daran messen wird, dass er alles erreicht hat, was ein deutscher Künstler erreichen kann und er somit diese hohen Erwartungen immer wieder erfüllen , nein, übertreffen muss. Ihm ist dieser riesige Druck endlich bewusst geworden und er ist darunter zusammen gebrochen. Wie unglaublich.... schön. Berührend. (Kaputte, einzigartig verrückte Persönlichkeiten haben mich schon immer fasziniert).
Dieser Gegensatz zwischen ekelerregender Arroganz und alkoholdurchtränkten, emotionalen Zusammenbrüchen zieht sich durch den gesamten Film. Einem wird bewusst, dass Falco zwar ein begnadeter Künstler war, der mit seinem neuen Musikstil die Massen  bezaubert hat, dennoch unter all dem Selbstbewusstsein und der lässigen Art, sich ein sensibler Mensch mit großen Problemen versteckt hielt, der mit seinem Erfolg nicht ganz klar kam. Dies hat er dann mit Drogenexzessen, Orgien oder Alkohol zu lindern versucht. Eine gute Lösung? Mit Sicherheit nicht. Aber durch gute Lösungen wirst du auch nicht zur Legende.

Seine exzentrische Art, seine spöttischen Antworten im breiten Wiener-Dialekt, sein wildes, exzessreiches Leben, sein früher Tod.... All dies machen ihn zu etwas Besonderem. Ich bin sicher nicht der größte Falco-Experte auf Erden, doch durch den Film "Verdammt wir leben noch!" konnte ich zumindest einen faszinierenden Blick auf ihn erhaschen. Er beschäftigt mich, bringt mich vielleicht auch zum Nachdenken.
 Ich bewundere ihn, so wie ich Kurt Cobain und Johnny Cash bewundere.
Alles verdammte Genies.

Für immer die eure...
Muse

Freitag, 3. Februar 2012

Fieberwahn & verstörende Einbildungen

Hey, meine Kleinen!

Eigentlich wollte ich ja letzte Woche irgendetwas zum Thema Januar posten (nein, nicht das übliche Wintergejammer, sondern was Geistreiches verdammt!), aber jetzt ist dieser Monat um und die Chance somit vertan. Nennt mich kleinlich, aber zum Februar passt das einfach nicht, versteht ihr? Aber ich habe eine gute Entschuldigung, warum ich nicht hochmotiviert vor meinem PC gesessen bin und die Internetwelt mit einem weiteren formvollendeten Blogeintrag begeistert habe (haha, stellt euch mal vor, ich würde wirklich so von mir denken!). Ich war krank. Und ich meine nicht dieses lächerliche Schnupfen-&-kratzende-Stimme-krank, sondern das echte, wo man sich die ganze Zeit übergibt, Fieber hat und sich unglaublich elend fühlt. Schätze mal, es war die Grippe oder so etwas Ähnliches. Wäre ich clever gewesen, wäre ich nach Griechenland gefahren und hätte mit meinen fast tödlichen Viren auf das Essen der Familie Papandreou gespuckt. Ich meine, so als kleine Rache wegen der Eurokrise und so. (Obwohl, der gerechtigkeitshalber hätte ich dann auch zu den Mitsotakis gehen müssen.... Nee, zu anstrengend)

Jedenfalls konnte ich mich unmöglich aufraffen, etwas zu schreiben - ich fühlte mich einfach zu elend. Ich lag die ganze Zeit im Bett herum, in diesem dämmrigen, halbwachen Zustand und ich konnte nicht einmal lesen, so schlecht war mir. Mein Fieber war nicht beunruhigend hoch, allerdings fiel es mir nach zwei, drei Stunden Schlaf doch manchmal schwer, zu unterscheiden, ob ich gerade geträumt hatte oder nicht. Die Grenze zwischen Realität und Fiktion verschwamm, würde man wohl sagen.
Einmal träumte ich, eine Frau säße auf meiner Bettkante und würde mit mir reden. Was sie sagte weiß ich nicht mehr, aber sie sah aus, wie eine Mischung aus Sylvia Plath und so, wie ich mir immer Mrs. Ramsay  in Gedanken ausmale. Als ich aufwachte, war ich verwirrt, dass ich mich ganz allein im Zimmer befand.
Ich weiß nicht, ob diese leichten Fieberwahn-Einbildungen davon herrührten, dass ich bis vor kurzem noch das Buch "Zum Leuchtturm" gelesen habe, welches eben jene Mrs. Ramsay zur Protagonistin hat, oder ob mein Literaturfanatismus einfach neue Ausmaße erreicht hat. Naja eigentlich ist es egal, da ich nun wieder vollständig gesund bin (juhu, es lebe die Pharmazie!), aber ein wenig verstörend war diese Sylvia-Ramsay-Fusion schon.

Sylvia Plath
Ja, ich weiß, das ist Virginia Woolf.
Aber ich stelle mir Mrs. Ramsay immer
wie die Autorin selbst vor.
                       




                                +









Könnt ihr euch eine Mischung aus den Beiden vorstellen? Ich offensichtlich schon....
Ach, ich denke, mein gestresster Geist braucht nur ein wenig Ruhe. Oder eine dieser schicken Glückspillen (ein Hoch auf die Pharmazie!)
Für immer die eure...
Muse

Samstag, 21. Januar 2012

You got blood on yo' face

Hey Leute!
Ich weiß nicht genau warum, aber in letzter Zeit höre ich öfter Lieder, die eher... rebellischer Natur sind. Die diesen "ich scheiß auf die Gesellschaft"- Charakter haben und mit jugendlichem Revolutionsgeist gewürzt sind. Diese echt wütende Musik, die Veränderung herbei sehnt und Systeme zerbrechen will.
Versteht ihr, was ich meine? Immer, wenn ich so etwas höre, würde ich am liebsten auf die Straße gehen, gegen unser derzeitiges Finanzsystem protestieren und ein paar Banken anzünden.
Keine Ahnung, wieso mich gerade jetzt solch eine Lust überfällt, da diese Krisen in der Welt der Wirtschaft nun ja mittlerweile echt nichts mehr Neues sind (seit 2008 ist das ein gefühlter Dauerzustand). Vielleicht hat mein Unmut gegen die derzeitige Ordnung etwas mit dem Arabischen Frühling zu tun, der vor ca. einem Jahr seinen Anfang nahm. Immer wenn ich an die Bilder zurück denke, die diese jungen, mit Revolutionsgeist erfüllten Menschen zeigten, voller Hoffnung auf eine bessere Zukunft, komme ich mir selbst so... bequem und erbärmlich vor. Ich meine, die Studenten, Schüler und Erwachsenen der arabischen Welt haben ihre Stimme erhoben und sind für den Wunsch auf Veränderung auf die Straße gegangen (vielleicht auch dafür gestorben) und was tun wir? Wir alten, dekadenten Europäer sehen zu und schreiben Blogeinträge darüber. Bin ich die Einzige, die das irgendwie blamabel findet?
Jedenfalls suche ich schon seit einiger Zeit wütende, punkige Songs, da sie perfekt meine momentane Stimmung ausdrücken. Kennt ihr welche? Würde mich echt über ein paar Vorschläge freuen.
& zum Abschluss noch ein Lied, welches sich zwar nicht wirklich gegen ein kaputtes System richtet, aber für mich persönlich dennoch einen rebellischen Charakter hat, der einen einfach nicht mehr los lässt.
You got blood on yo' face
You big disgrace
Wavin' your banner all over the place

knapp 2 Minuten lang & trotzdem legendär

Für immer die eure...
Muse

P.S: Selbst meine derzeitige Lektüre hat den Hauch der jugendlichen Rebellion an sich. "Der Fänger im Roggen" von J.D Salinger - diesmal allerdings auf Englisch.

Dienstag, 3. Januar 2012

Frohes neues Jahr meine Kinder!

Zu Silvester wird man ja immer gern ein wenig nostalgisch. Man denkt an das Jahr zurück, überlegt sich, was man schon wieder alles versemmelt hat, flucht und nimmt sich vor, dass nächstes Mal alles anders wird. Dass man seine schlechten Gewohnheiten ablegt und in gewisser Weise ein besserer Mensch wird. Wie süß.
Ich persönlich halte eher nichts davon, da ich  die Disziplin eines Zwerghamsters habe und meine Vorsätze vielleicht 2-3 Tage überleben, bevor ich wieder dieselben dummen Sachen auf dieselbe dumme Weise mache. Tut mir Leid, wenn ich mit meinem Pessimismus eure Hoffnungen für das neue Jahr ein bisschen anknackse, aber wenn ihr ehrlich seid, dann bin ich nur realistisch.
So, nun beuge ich mich den gesellschaftlichen Konventionen und blicke ein wenig auf das Jahr zurück. (wie gefühlte 1000 Sender auch).
Was war denn so los, international, meine ich? Naja, nüchtern betrachtet war 2011 nicht das beste Jahr für die Welt. Erdbeben + GAU in Japan, Wirtschaftskrise (wieder mal. Dadurch, dass wir ständig irgendeine Krise haben, ist das ja jetzt nichts mehr Neues), Beinahe-Bankrott Griechenlands, Anschläge in Norwegen... Ich denke mal, die Erde hatte schon bessere Zeiten. Andererseits muss auch der arabische Frühling erwähnt werden, der zwar heuer nicht seinen Ursprung hatte, dennoch erst später seine volle "Wirkung" entfaltet hat. Es ist schon der Wahnsinn. Ich glaube, in dieser Zeit ist etwas sehr Wichtiges in Afrika passiert, nicht nur praktisch, sondern auch symbolisch. Ich bin mir nicht sicher, ob es gut enden wird, aber zumindest findet eine Veränderung statt, was diesen unterdrückten Menschen eigentlich eine richtige Chance gibt.
So, und wie war 2011 bei mir privat? Gut, schätze ich. Wichtige Leute sind in mein Leben getreten, wichtige Leute haben es aber auch verlassen. Eigentlich kann ich nicht klagen, obwohl ich schon zugeben muss, dass mich dieses Jahr teilweise sehr überrascht hat. Mit vielen Ereignissen hätte ich nicht im Traum gerechnet, doch im nach hinein bin ich eigentlich froh darüber.
Literarisch gesehen hat sich viel bei mir getan. Ich denke, ich habe mich heuer zum ersten Mal richtig mit Weltliteratur beschäftigt. Nicht nur, in dem ich selbst welche gelesen habe, sondern auch, in dem ich auf Wikipedia recherchiert, mir die Website von diesem und jenem Autor angesehen habe usw. Ich weiß mittlerweile einfach mehr über dieses Thema als noch vor einem Jahr, versteht ihr? Ich habe auch um die 60 Bücher gelesen (Ja, ich habe mir jedes einzelne aufgeschrieben, weil ich wissen wollte, wie viele es am Ende werden... und nein, ich bin kein Freak!), darunter unglaubliche Klassiker, miese Klischeeromane, echte literarische Offenbarungen...Ja, seit letztem Jänner befinden sich schon ein paar wirkliche Perlen in meinem Bücherregal.
Zu meinem Blog möchte ich noch sagen: Puh, ganz ehrlich? Als ich ihn letztes Jahr relativ verkatert gestartet habe, hätte ich nicht gedacht, dass ich das Bloggen so lange durchhalte. Oder mehr als 2 Leser bekomme. Meine äußerst niedrigen Erwartungen wurden weitgehend übertroffen, was mich doch ein klein wenig glücklich macht. Dennoch nehme ich mir vor, in Zukunft bessere Texte zu schreiben, da ich bei einigen früheren Posts (in der "Anfangsphase" quasi)  das Gefühl habe, falsch rüber zu kommen bzw. mein schriftstellerisches Niveau schockierend tief war *hust*
Uh, war das gerade eben ein Neujahrsvorsatz? Na also, ich kann mich doch meinem sozialen Umfeld fügen! Wer hätte das gedacht?
Für immer die eure...
Muse

Donnerstag, 29. Dezember 2011

Ich finds schön

Hallo Leute!
Eigentlich bin ich nicht so der Musikfreak. Ich meine, ich mag sie zwar und mein IPod ist mein Schatz, der mich überall hin begleitet, aber leider kenne ich mich nicht so gut aus. Es gibt so viele verschiedene Genre und mir ist - wenn überhaupt - nur ein Bruchteil davon bekannt. Ich gehöre zwar nicht zu den Leuten, die von sich selbst behaupten, sie würden Musik lieben, obwohl sie nur Mainstream und Mist aus den Charts hören und zu Songs wie "Just the way you are" (Entschuldigung, ich kann dieses Lied einfach nicht ausstehen. Es ist so... dumm und naiv. Widerlich.) mitträllern, aber richtig viel Ahnung habe ich nicht.
Allerdings weiß ich eins: "4 Chords" von The Axis of Awesome ist echt gut. Ich mag den Rhythmus, das Video und den Klang der Stimmen. Die teilweise ins lächerlich gezogene Darstellung verschiedener Interpreten hat so etwas wunderbar Ironisches, das mich oft zum Schmunzeln gebracht hat. Mir gefällt der Song einfach und ich hoffe euch auch.

Sonntag, 25. Dezember 2011

Fröhliche Weihnachten... oder so was in der Art.

Ich bin kein sonderlicher Weihnachtsfan. Ich meine, für mich ist es ein Tag wie jeder andere, nur dass man Geschenke austauscht (wuhu, es lebe der Konsum! Yeah baby, wir kurbeln die kaputte Wirtschaft an!) und die Völlerei frönt, wogegen ich - sind wir mal ehrlich - wirklich nichts habe. Nur das bescheuerte Drumherum nervt ein wenig, wie beispielsweise die ganzen Weihnachtssongs - Last Christmas, All I want for christmas is you.... Im Ernst, man sollte Mädchen, die neben einem im Bus naiv trällern "Last Christmas I gave you my heart but the very next day, you gave it away..." erschlagen dürfen. Was mich etwas beunruhigt: Wenn mir das schon mit zarten 16 Jahren die Nerven raubt, wie wird das dann mit 70 sein? Werde ich dann ausrasten und unschuldig singende Leute mit meinem Gehstock verprügeln? Hoffen wir mal nicht.

Auch meine katastrophalen, peinlichen Einpackversuche bereiten mir immer wieder Magenschmerzen. Ich kanns einfach nicht. Ich glaube, mir fehlt das Gen dazu (welches wahrscheinlich mit dem Backgen zusammenhängt. Gute Erklärung, warum ich in beiden Sachen unfähig bin.)... es wäre zumindest eine hervorragende Entschuldigung für das Desaster, das ich so mit Papier, Schere & Tixo veranstaltet habe.

Naja, aber letzten Endes ist Weihnachten doch ganz in Ordnung. Ich meine, die Menschen freuen sich, treffen ihre Familie wieder (obwohl das meistens in Streit ausartet, aber dafür kann das arme Weihnachten ja nichts) bilden sich ein, der Tag wäre etwas Besonderes und behalten ihn liebevoll Erinnerung.
Nicht schlecht für ein Fest, bei dem man die Geburt eines Zimmermanns vor über 2000 Jahren feiert (Entschuldigung, war euch das jetzt zu atheistisch? Okay, versuchen wir es noch einmal.), bei dem man die Geburt Jesu Christi vor langer Zeit feiert.
Also, ich wünsche euch frohe Weihnachten & hoffe, ihr entspannt euch ein wenig und habt es mit euren Familien und Freunden nett.
Für immer die eure...
Muse


Groß, hübsch, leuchtend... ein wenig Tradition muss sein.


Donnerstag, 22. Dezember 2011

Schönheit & Kunst, wohin das Auge blickt

Hallo! Ja, ich weiß, ich war in letzter Zeit ein wenig faul *räusper*. Aber wenns draußen schneit wie verrückt und die gesamte Landschaft aussieht wie ein klischeehaftes Wintermärchenland - so eins, wie es die amerikanischen bzw. italienischen Touristen erwarten und dann ganz entzückt sind, wenn sie sich bei -6° am Christkindlmarkt den Arsch abfrieren dürfen -, dann möchte ich mich nur noch mit meinem Kaffee und T.C Boyle in eine Ecke kuscheln und lesen. Oder sagen wir so: Meine Motivation weiter zu bloggen erstickte kläglich im Garten unter den Schneemassen, wo man wohl ihre kalte Leiche wahrscheinlich erst Anfang Frühjahr (was bei uns zu Hause im verdammten Alpenland ungefähr Juni  bedeutet^^) finden wird.


Heute will ich euch eine ganz besondere Website vorstellen :the cool hunter. Wie ihr vielleicht wisst, bin ich immer auf der Suche nach einzigartiger Kunst, egal ob es sich um Literatur/Lyrik, Malerei, Skulpturen, Musik oder Filme handelt. Hauptsache individuell und anders.
Vor kurzem bin ich auf "the cool hunter" gestoßen, eine Seite, die ich nicht so recht zu beschreiben weiß. Auf den ersten Blick sieht sie wie ein gigantisches Sammelsurium wunderschöner Bilder von architektonischen Meisterwerken aus. Vielleicht ist sie das auch. Ich hab noch nicht mal einen Bruchteil davon angeschaut und bin dennoch beeindruckt von der Vielfalt der Fotos. Sie vermitteln eine so künstlerische Atmosphäre, die ich weder begreifen, noch ganz erfassen kann.
Ich glaube, ich könnte den ganzen Tag auf dieser Website schmökern und mir dieses und jenes Werk genussvoll auf der Zunge zergehen lassen.
Natürlich gibt es auch winzig kleine Kritiken zu the cool hunter von mir. Die "Fashionrubrik" beispielsweise strotzt nur so vor Pseudokunst und - meiner Meinung nach - nicht gerade geschmackvoller Kleidung. Aber ist das wirklich wichtig? Nein, denn der sehenswerte Rest macht das absolut wett!
Also, gebt euch ein wenig echter, architektonischer Schönheit hin & lasst euch verzaubern. (Uhh gegen Ende des Satzes höre ich mich wie eine gespielt fröhliche Moderatorin eines Lifestylemagazins an. Schrecklich. Ich sollte aufhören gegen Nachmittag gelangweilt "taff" anzusehen, sonst werde ich noch ein lebendes Klischee oder so.)
Für immer die eure...
Muse

Ein Buchladen (!) für Kinder in Peking



Tom Fruin Skulptur
 


Verdammt, das sprüh ich mir mal auf die Vorderseite von meinem Haus!


Donnerstag, 3. November 2011

Zitate

Hallo meine Lieben! Um meine Inspirationslosigkeit zu verschleiern, zeige ich euch heute ein paar Zitate aus Büchern, die mich sehr berührt haben. Aus dem Zusammenhang gerissen verlieren sie vielleicht etwas von ihrer Wirkung, dennoch bin ich mir sicher, dass sie Eindruck hinterlassen. Ich hoffe, sie gefallen euch und falls nicht, seid ihr ignorante Banausen, die keine Ahnung vom Schönen auf der Welt haben und in der Hölle schmoren sollen! (Ruhig Muse, du wolltest doch nicht mehr so oft wegen Leute ausrasten, die deine Meinungen über Romane nicht teilen... nein, sie sind nicht blöd. Hör auf sie gedanklich zu beschimpfen!)
Äh nun, nach meiner emotionalen Entgleisung, hier die versprochenen Zitate:

Verschont mich
mit euren Psychoetiketten
ich bin nicht schizophrener als andere
("Crank" von Ellen Hopkins.)

One thing we all adore,
something worth dying for
nothing but pain
stuck in this game
searching for fortune and fame
 ("The Way I Am" von Eminem.)

Auf allen Seiten umbrüllt, umsprüht, umprasselt, von der Bö
saßen wir unversehrt da,
Lebende im Rachen des Todes
("Moby Dick" von Hermann Melville)

Ich bin von Menschen verfolgt
("Die Bücherdiebin" von Markus Zusak. Der Tod spricht mit Lesern.)

Wie konnte ich meine Rolle
im gegenwärtigen Melodrama
einer Psyche erklären,
für die Schuld nicht existierte?
("Crank" von Ellen Hopkins.)

Die Lüge war zur Wahrheit geworden.
("1984" von George Orwell.)

You just use the future to escape the present.
("Eine wie Alaska" von John Green.)

In Wirklichkeit spiegelt die Kunst den Betrachter und nicht das Leben wider.
("Das Bildnis des Dorian Grey" von Oscar Wilde.)

Wir begehren die Wahrheit [...] und finden nur Elend und Tod.
("Jugend ohne Gott" von Horvath)

Es war tröstlich zu wissen, dass ich gefallen war und nicht weiter fallen konnte.
("Die Glasglocke" von Sylvia Plath.)

Licht, sichtbare Erinnerung an das unsichtbare Licht.
(T.S Eliot)

You all smoke to enjoin it. I smoke to die.
("Eine wie Alaska" von John Green.)

Natürlich sind sie wohltätig. Sie nähren die Hungernden und kleiden die Bettler. Aber ihre eigenen Seelen hungern und sind nackt.
("Das Bildnis des Dorian Grey" von Oscar Wilde.)

"Hope" is the thing with feathers
That perches in the soul
And sings the tune without the words
And never stops at all
(von der Dichterin Emily Dickinson)

Wenn du wirklich fortmusst, ist es absolut nötig, alles, was du zurücklässt, kaputt zu machen?
("Schnee auf dem Kilimanjaro" von Ernest Hemingway.)

Ich muss wohl zwei oder drei Raupen aushalten, wenn ich die Schmetterlinge kennen lernen will.
("Der kleine Prinz", Saint-Exupéry)

Dale, count how many times I use the word "fuck".
(Tagebuch von Kurt Cobain)

Papier ist geduldiger als Menschen.
(Tagebuch der Anne Frank)

Adieu dit le renard. Voici mon secret. Il est simple: on ne voit bien qu'avec cour. L'essentiel est invisible pour les yeux.
("Der kleine Prinz", Saint-Exupéry)

Unser Land war nicht einfach besiegt - es war vernichtet worden.
("Die Geisha" von Arthur Golden)

Was auf diesen Seiten getan und gelitten wurde, habe ich so genau nachgeprüft, dass ich es in meinem Inneren selbst getan und gelitten habe.
("Tale oft two cities" von Charles Dickens)

Punk rock means freedom.
(Tagebuch von Kurt Cobain)

Ich kann nicht ohne mein Leben leben! Ich kann nicht ohne meine Seele leben!
("Sturmhöhe" von Emily Brontë)

O Romeo! Warum denn Romeo?
Verleugne deinen Vater, deinen Namen!
Willst du das nicht, schwör dich zu meinem Liebsten,
Und ich bin länger keine Capulet!
("Romeo und Julia" von Shakespeare)

So, das war jetzt eine kleine Auswahl diverser Zitate, die in verschiedene Notizbücher gekritzelt sind oder schlicht aus meinem Gedächtnis stammen. Eigentlich wollte ich ja zuerst noch angeben, wer mit wem spricht und auf welcher Seite ihr es ca. findet, aber das hat dann doch zu sehr den Lesefluss gestört. Und wahrscheinlich wollt ihr auch gar nicht wissen, dass in "Die Bücherdiebin" die letzten Worte lauten: I am haunted by humans/ Ich bin von Menschen verfolgt. , oder?
Für immer die eure...
Muse

Sonntag, 16. Oktober 2011

Ich schreibe wie... Thomas Mann. Offensichtlich.

Hey Leute! Die Überschrift ist jetzt keine extreme Selbstüberschätzung meinerseits, sondern schlichte Tatsache. Oder naja sagen wir starke Annahme eines auf komplizierten Algorithmen basierendem Computerprogramms. Schon klar, ihr versteht nicht wovon ich rede, aber ich verwirr euch halt gerne ;)

Ich spreche von der Website Ich schreibe wie..., in der man längere Texte, Geschichten oder Blogeinträge eintippen kann und dann der Computer daraus analysiert, welchem Schreibstil sie ähneln. Je länger das Geschriebene, desto zuverlässiger. Ich als Literaturfreak hab das natürlich gleich ausprobieren müssen und deshalb zuerst meinen letzten Post (siehe unten), später, wenige Seiten aus meinem "Roman" analysieren lassen. Ergebnis:  Beim ersten Mal "Frederike Mayröcker" (zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich vorher noch nie etwas von ihr gehört habe..Pff, das ärgert mich. Ich hasse es, wenn ich berühmte Autoren nicht kenne) & dann "Thomas Mann". Dass zwei unterschiedliche Resultate vorliegen, wundert mich nicht im Geringsten. Ich blogge völlig anders als ich normalerweise an meinem Roman schreibe. Während in meinen Posts kürzere Sätze vorkommen und es manchmal von pubertären Ausdrücken nur
so wimmelt, verfasse ich mein Manuskript mit erstaunlicher Ernsthaftigkeit, voller abstrakter Metaphern und lange, in einander verschachtelte Satzgefüge. (Also, das ist jetzt zumindest meine Meinung. Natürlich kann man sich selbst kaum beurteilen, aber ich bilde mir ein, dass man ein paar meiner Punkte durchaus als wahr bezeichnen könnte)
Ich bin mir nicht sicher, wie ernst man diese Website nehmen kann. Denn ganz ehrlich: Thomas Mann? Ein Literaturnobelpreisträger? Ein künstlerisches Genie? Okay, ich gebe zu, ich habe mich schon ein wenig gefreut, als mir der Computer diesen Namen angezeigt hat, denn es ist und bleibt ein Riesenkompliment. Ein zweifelhaftes natürlich, aber hey: Man darf doch vor sich hinträumen oder?
Dennoch habe ich ein wenig "recherchiert" (=auf Wikipedia nachgelesen, schließlich bin ich ja ein Kind der Facebook-/Internetgeneration und kann froh sein, wenn ich weiß, wie ein Lexikon überhaupt aussieht.), um nachzuschauen, ob zumindest irgendwelche geringen Gemeinsamkeiten zwischen ihm, dem deutschen Schriftsteller von Werken der Weltliteratur, und äh naja, mir bestehen. Antwort: naja, im weitesten Sinne schon. Offensichtlich schrieb er genau wie ich gerne lange Sätze, voller Einfügungen, Ironie und psychologischen Andeutungen. Seine Erzählweise gilt als "hoch verschränkt" und ist natürlich jeweils der Thematik angepasst. Tja und das wars eigentlich auch schon, offensichtlich sind Thomas Mann und ich doch keine so großen Seelenverwandten. Ich hätte gerne noch eine kleine Textprobe von z.B "Buddenbrooks" gelesen, nur um zu sehen, in welcher Form sich sein Stil dem meinem ähnelt, aber leider konnte ich keine passende finden.
Zu Friederike Mayröcker, meinem anderen Schreibego, sage ich nur: Sie ist Österreicherin, genau wie ich. (Huch, dass hättet ihr jetzt nicht gedacht, oder? Aber yep, ich komme aus Österreich. Das ist dieses kleine Land, das zwischen Deutschland und Italien liegt und voller Berge ist xD. Nein, nein , nicht die Schweiz!) Hm, anscheinend haben wir eine so markante, typische Erzählweise, dass sogar der Computer erkennt, aus welchem deutschsprachigem Raum ich stamme ;).
Fazit zu der Website: Ich finde es eine nette, witzige Spielerei, die ich euch natürlich nicht vorenthalten wollte. Allerdings sollte man sie nicht allzu ernst nehmen. (Tut mir Leid Thommy, ich hätte mir auch gewünscht, dass wir Schreib-Geschwister wären... Na na, nicht weinen!)
Für immer die eure...
Muse

Dienstag, 11. Oktober 2011

Übermüdung, Konzentrationsschwierigkeiten & richtig schlechte Musik

Hallo Leute! Tut mir Leid, dass ich die letzten äh drei, vier Wochen eher abwesend war, aber ich hatte wahnsinnig viel zu tun. Ihr wisst schon, das übliche: Hausaufgaben, Schulstress, am Bahnhof Drogen verticken, die Reifen vom Auto meines Therapeuten zerstechen, aus der Entzugsklinik ausbrechen... Das tägliche Leid eines ganz normalen Teenagers.
Eigentlich wollte ich ja etwas umwerfend Intelligentes posten, etwas dass euch zum Nachdenken bringt, versteht ihr? Bei dem ihr wirklich sagt "wow die hat ganz schön was drauf!" (äh nein, ich hab keine so großen Komplexe, dass ich Bestätigung von einer Handvoll mir unbekannter Leute aus dem Internet brauche... aber es hätte mich gefreut, eure Gedanken mit einem mir wichtigem Thema zu beschäftigen).

Tja leider wird heute nichts draus, da ich 1. momentan nicht die geringste Inspiration habe, 2. unglaublich übermüdet bin. Im Ernst, ich habe letzte Nacht vielleicht 3 1/2 Stunden geschlafen, da ich als 16-jähriger Mensch, beschissene  (uuhhh seht ihr, ich kann auch Jugendausdrücke verwenden & nicht nur immer in diesem pseudo-intelligentem, hochgestochenem Deutsch vor mich hin referieren) soziale Kontakte habe, die keine Hemmungen kennen, mich um 1 Uhr früh anrufen - wenn ich gerade schlafen gehen will - & mich fast 2 Stunden lang wach halten. Als mein Handy die grausame Zeit von 3:10 Uhr angezeigt hat, hab ich mir fast gewünscht ein Außenseiter ohne Freunde zu sein, der zwar einsam ist, aber in der Nacht wenigstens schlafen darf! 3. Habe ich momentan ernorme Konzentrationsschwierigkeiten. Das liegt nicht nur daran, dass ich ziemlich übermüdet bin, sondern auch an der lauten Musik, die etwa alle zwei Sekunden wechselt. Unsere Nachbarn über uns hört man sehr gut & sie haben - gelinde gesagt - einen grauenhaften Geschmack. Ihre Musik klingt etwa so, als hätte man Dubstep vergewaltigt, die Überreste mit Rihannas nerviger Stimme vermischt & daraus dann einen Remix mit Rebecca Gold gemacht. Das klingt echt schlimm, glaubt mir.
Vor allem können sie sich offensichtlich nicht entscheiden, weshalb sie etwa nach drei Sekunden immer den Titel wechseln. Daraus ergibt sich dann ein für Menschen mit Schlafmangel schier unerträgliches Konzert.

Also verzeiht mir bitte etwaige sinnlose Bemerkungen, ungenaue/falsche Grammatik oder unterschwellige Aggressionen. Eigentlich hätte ich unter all diesen Umständen ja gar keinen Post schreiben können, aber eine gewisse, für das Bildungssystem Deutschlands streikende Bloggerin, hat mich daran erinnert, dass auch ich mal wieder von mir hören lassen sollte.
So, & nun entschuldigt mich. Ich muss jetzt rauf und meinen Nachbarn die Fresse einschlagen, weil sie gerade eine besonders abartige Version von dem ohnehin schon miesem "Rude Boy" spielen.
Für immer die eure...
Muse

Sonntag, 18. September 2011

Der Weg aus dem Labyrinth

Hallo! Eigentlich wollte ich ja einen zweiten Post über Banksy schreiben, aber jetzt, während ich vor dem Computer sitze und zusehe, wie das verlassene, weiße Post-textfeld mit schwarzen Buchstaben gefüllt wird, habe ich die Lust verloren. Stattdessen werde ich wieder mal über ein Buch reden. (Mann, 99% meiner Inspirationsquellen sind Romane/Geschichten anderer. Das reinste Plagiat ist das hier!)
Kennt ihr "Eine wie Alaska" von John Green? Es geht um den jungen Miles Halter, der eher wenige Freunde, dafür eine umso größere Leidenschaft für die letzten Worte berühmter Menschen hat. Er kommt aus Florida (Oh Gott, immer wenn ich Florida schreibe, muss ich an den Rapper Flo Rida denken... Wie krank ist das denn? Verflucht sei die Jugend!) und zieht in ein Internat, um aus dem Alltagstrott auszubrechen und "das große Vielleicht" zu erleben. Dort lernt er unter anderem Alaska Young kennen. Ein faszinierendes, unberechenbares, selbstzerstörerisches, äußerst cleveres Mädchen, das sein gesamtes Leben auf den Kopf stellt. Das Buch ist in zwei Hälften unterteilt, "bevor" & "danach". Das heißt, das Buch beginnt mit "136 Tage bevor" und endet mit "136 Tage danach". Welches Ereignis in der Mitte des Romans Miles' Leben zum implodieren bringt und ihn auch noch 136 Tage später beschäftigt, verrate ich euch an dieser Stelle nicht. Nur so viel: es ist vollkommen überraschend, schockierend und unglaublich einfallsreich.

Jedenfalls empfehle ich euch dieses Buch wirklich, da es nicht eins dieser typischen Jugendromane ist, wo es hauptsächlich darum geht: Junge zieht in Internat, trifft dort hübsches Mädchen, erlebt viele Abenteuer, verliebt sich in Mädchen, Mädchen verliebt sich in Junge, ein blödes Ereignis/Hindernis steht zwischen ihnen, schlussendlich kommen sie zusammen. Lieben sich und sind glücklich. Traumhaftes Happy End (Solche Kunstwerke sollten in einem gigantischen Feuer mitten in der Stadt verbrannt werden. Vielleicht motiviert das andere Schriftsteller mal originell zu sein. Andererseits sind derartig schwachsinnige Happy Ends praktisch für den Winter- Klischees brennen nämlich gut.)
Nein, "Eine wie Alaska" ist echt was besonders und wunderschön ironisch geschrieben. Aber worauf ich eigentlich hinaus will:
Alaska zitiert einmal die letzten Worte von Simon Bolivar: "Damn it! How will I ever get out of this labyrinth?" Miles fragt darauf, was das "Labyrinth" sei, was Simon Bolivar mit seinen letzten Worten gemeint hat. Und Alaska antwortet: "That's the mystery, isn't it? Is the labyrinth living or dieing? Which is he trying to escape - the world or the end of it?"
Ich finde das klingt wunderschön und ist ein interessantes Thema. Was hat Simon Bolivar - ein Freiheitskämpfer übrigens - gemeint? Aus welchem Labyrinth will er hinaus? Versucht er vom Labyrinth des Sterbens zu fliehen? Oder des Lebens? Alaska Young kommt zu dem Schluss, dass es das Labyrinth des Leidens sein muss. Das ist äußerst faszinierend, finde ich. Was ist, wenn wir alle darin gefangen sind? Wenn wir einen Weg aus dem Labyrinth des Leidens suchen müssen? Aber wie? Durch Religion, Mitgefühl, Dankbarkeit, Egoismus, Selbstlosigkeit?
 Ich weiß nicht, ob dieser Gedankengang pessimistisch oder spannend ist. Vielleicht auch beides. Jedenfalls ist das eine der schönsten, unglaublichsten Stellen des Buches, als Alaska "That's the mystery, isn't it? Is the labyrinth living or dieing? Which is he trying to escape - the world or the end of it?" haucht. Ab da beginnst du dich nämlich selbst zu fragen, worin wir gefangen sind. Wie wir hinaus kommen. Ob wir jemals dem Labyrinth des Leidens entfliehen können. Ich weiß nicht, wenn ich das hier so schreibe, klingt alles so bedrückend, aber das ist es nicht. Nur faszinierend.
Für immer die eure..
Muse

Donnerstag, 1. September 2011

Banksy

Hey Leute! Ich weiß, ich hab mich einen ganzen Monat nicht gemeldet, aber ich hatte einfach eine extrem faule Phase in der ich weder schreiben noch sonst etwas tun wollte. Aber da in knapp zehn Tagen die Schule schon wieder beginnt, muss ich langsam in die Gänge kommen und meinen Hintern hochkriegen, um es mal sehr professionell und poetisch auszudrücken ;).
Eigentlich habe ich ja die letzten vier Wochen von Zeit zu Zeit an einem Entwurf für einen Post gearbeitet, aber JETZT wird mir klar, dass ich nur Mist geschrieben habe und deshalb bekommt ihr nun spontan einen paar Sätzchen von mir aufs Auge gedrückt.
Wie ihr vielleicht bemerkt habt, hab ich ein neues Profilbild (uhh seht ihr? Muse kann sich auch aufraffen und ein Bild reinstellen! Bin ich nicht mega cool??). Der Oberkörper einer Frau, die ein "I AM BANKSY" T-Shirt trägt. Wie ich zu diesem Bild komme, erzähl ich euch gern detailiert ein anderes Mal (nana nicht weinen. Ich beglücke euch schon noch mit meinen mehr oder weniger sinnfreien Beiträgen.), doch vorher würde ich euch lieber erklären wer Banksy ist und warum ich ihn so vergöttere.
Banksy ist ein Street Art Künstler, dessen Identität weitgehend unbekannt ist. Er ist in der Welt populär für seine wunderschönen, ironischen Graffitis, seinen Unmut dem Kommerz und alles was damit zusammenhängt gegenüber, ja seiner einzigartigen Denkweise eigentlich. Hier eine Auswahl seiner Zitate (natürlich auf englisch), die euch vielleicht verdeutlichen können, warum ich ihn so bewundere und die auch erklären, wie er so tickt:

Copyright is for losers. (steht auf der Innenseite des Einbandes seines Buches "Wall and Piece" an der Stelle, an der... nun ja, das Copyright stehen sollte.)

Some people become cops because they want to make the world a better place. Some people become vandals because they want to make the world a better looking  place.

All artists are prepared to suffer for their work, but why are so few prepared to learn to draw?

It takes a lot of guts to stand up in a western democracy and call for things no-one else believes in - like peace, justice and freedom.

We can't do anything to change the world until capitalism crumbles. In the meantime we should all go shopping to console ourselves.

People either love me or they hate me, or they don't really care.

(tut mir Leid, ich war eindeutig zu faul das alles in Klammer zu übersetzen. Aber hey - google translate ist euer bester Freund!)
Sein Stil ist ironisch-sarkastisch, richtet sich gegen Kommerz, Krieg und vielleicht auch falsche Systeme. Er sprayt vorwiegend mit Schablonen, die er vorher detailgetreu anfertigt. Seine Lieblingsmotive sind Ratten weil sie "dreckig und nicht willkommen" sind, außerdem ist das englische Wort "rat" ein Anagramm für "art", also Kunst. Sein Kommentar dazu: I'd been painting rats for three years before someone said "that's clever it's an anagram of art" and I had to pretend I'd known that all along.

Er ist ein echter Künstler, ein wirklicher Street Artist, der noch nicht im sterilen Atelier gefangen ist und vor Autoritäten zittert. Das liebe ich so an ihm. Falls ihr mal Zeit habt, zieht euch doch seinen Film "Exit through the gift shop" rein (Trailer zu exit through the gift shop) oder seht euch sein Buch an, "Wall and Piece" (Tss ich mach mal wieder absichtlich unabsichtlich Werbung für etwas, dass mich begeistert.... irgendwann sollte ich Geld dafür verlangen). Banksy ist wirklich einzigartig und ich bin ganz fasziniert von seiner Denkweise, aber auch von seinem Talent.


Keine Ahnung wie er das geschafft hat zu sprayen. Und dass "I don`t believe in global warming" halb vom Wasser verschluckt wird.... ja, das nennt man Ironie.

So wie ich mich kenne, werde ich sicher das nächste Mal wieder über Banksy reden, denn über ihn gibt es echt viel zu berichten und ihr wisst jetzt noch nicht mal die HÄLFTE. Und sind wir mal ehrlich: über Kunst kann ich stundenlang reden. Anstrengend, ich weiß.
Für immer die eure....
Muse


Sonntag, 31. Juli 2011

Meine Faszination für die Gefühle, Gedankensplitter und Tagesabläufe anderer Personen

Hey meine Kleinen! Na, genießt ihr den Sommer? Ja, ich auch <3.
In letzter Zeit habe ich eher traurige Beiträge gepostet (von äh Krisen, kaputten Systemen... ihr wisst schon. Der ganze Mist halt, der einen echt depressiv machen kann.), weshalb ich mir nun vorgenommen habe, heute von etwas Neutralem zu schreiben. (Obwohl auch mich die Geschehnisse in Norwegen sehr verstören. Aber ich will nicht immer zu daran denken!)
Tagebücher faszinieren mich irgendwie. Sofern sie nicht NUR aus langweiligen Tagesabläufen - die jedoch manchmal auch interessant sein können, wenn sie aus der Norm fallen - bestehen. Momentan lese ich welche von Anne Frank und von Kurt Cobain (ja ich weiß, unterschiedlicher gehts echt nicht mehr!). Ich persönlich habe nie die Disziplin eins zu führen gehabt, weshalb ich Leute die mit Konstanz an einem schreiben (man denke mal nur an Sylvia Plath! Ich könnte nie jeden einzelnen Tag Einträge machen - und das über Jahre hin weg) zutiefst bewundere. Wenn du die Tagebücher anderer Menschen liest, lernst du sie besser als sonst irgendwie kennen. Du tauchst in ihren Alltag, in ihre Gedankenwelt ein... identifizierst dich vielleicht sogar mit ihnen. Dieses Gefühl kann dir keine noch so gute Geschichte vermitteln.
Das Tagebuch der Anne Frank: Traurig? Natürlich ist es das. Das Tagebuch einer jugendlichen Jüdin, die sich im zweiten Weltkrieg mit ihrer Familie in einem Hinterhaus versteckt, jedoch letzten Endes verraten wird und im KZ stirbt, macht einen wahnsinnig bedrückt. Doch ihre Aufzeichnungen sind mehr als das. In der Beschreibung wird sie "eine einzigartige, junge Schriftstellerin" genannt und dies meiner Meinung nach zu recht. Ich habe noch keine Geschichte von ihr gelesen, jedoch merkt man, wenn sie die Geschehnisse im Hinterhaus nach zu erzählen versucht, eindeutig, dass sie eine gewisse Begabung besitzt. Die Beschreibung ihrer Gedanken, ihrer Gefühle, ihres Zorns, ihres Weltschmerzes, ihres Glücks.... all das ist so schön. Manchmal vergisst man auch einfach den späteren Verlauf ihres Lebens (oder zumindest möchte man das). Dann ist sie nur ein Mädchen, das an ihre 1.Liebe denkt, kritisch über sich urteilt oder sich mit der Mutter streitet. Doch sofort rückt wieder ihr Schicksal ins Auge und es bricht einem das Herz, wie sie über die Zukunft schreibt und Journalistin werden will, obwohl man genau weiß, dass sie dies nie erleben wird....
Ich will hier keine Rezession abgeben, ich glaube das könnte ich auch nie, schließlich ist das ein Tagebuch. Aber es ist schön geschrieben, berührend, und es wird nicht umsonst als "Symbol der Grausamkeiten des Holocausts" betitelt.
Kurt Cobain: Ja, wie fange ich da am besten an?
Obwohl er schon seit 17 Jahren tot ist, ist Kurt Cobain immer noch eine Legende. Selbst Leute, die keine Nirvana-Fans sind, kennen den eigenwilligen Künstler.Sein Tagebuch ist auch keins im klassischen Sinne, d.h es ist nicht chronologisch mit Datum versehen. Nein, viel mehr sind es mit Gedankensplittern/Songtexten gefüllte Seiten, die einen verwirrenden Einblick in sein Leben und seine Welt geben.
Ganz ehrlich? Ich vergöttere es. Seine teilweisen unlogischen Gedankengänge, bei denen du vermutest, dass er zu dem Zeitpunkt bekifft war, seine Aufforderung "mit der Maske des Feindes das System zu infiltrieren, um es zu zersetzen", seine einzigartige Sichtweise, seine unglaublichen, kreativen, merkwürdigen Sätze.... das alles macht sein "Tagebuch" besonders. Es ist genau mein Ding: kreativ, künstlerisch, mit einer gewissen Eigenart und einem herzhaften "scheiß auf alle". Der Mensch, der sich mit 27 Jahren den Kopf weggeschossen hat, übt eine unglaubliche Faszination auf mich aus. Und das, obwohl - okay, jetzt kommt das wirklich Schockierende - ich nicht einmal ein richtiger Nirvana-Fan bin. (Puh, jetzt ist es draußen...) Natürlich habe ich 10, 12 Lieder auf meinem IPod und kenne den Text von "smells like teen spirit" beinahe auswendig - was zugegeben nicht sonderlich schwer ist - so oft habe ich es schon gehört, aber richtiger Hardcorefan bin ich nicht.
Weshalb ich auch zuerst unschlüssig dem Kauf des Tagebuchs gegenüber war. ("Mann soll ich es echt nehmen? Oder ist das nur was für wirkliche Fans, die noch immer seinen Tod betrauern? Hm, irgendwie habe ich Hemmungen....immerhin ist das sein Tagebuch! Vielleicht sollten das nur Leute lesen, die Nirvana aus tiefster Seele lieben und nicht irgendwelche verkrachten Literaturfreaks, die den Einblick in die Gedankenwelt eines selbstmörderischen, legendären, kreativen Künstlers faszinierend finden^^") Letzten Endes konnte ich jedoch nicht widerstehen. Und ich bin froh, denn seine Sätze sind wirklich der Wahnsinn und sprühen nur so von kranker Kreativität. Ich habe es noch nicht zu Ende gelesen, aber ich freue mich wirklich darauf. (Seine letzten Worte waren übrigens: "It's better to burn out than to fade away." Wow. Und ja, ich weiß genau, was er meint...)
Zum Schluss noch....
Die Moral: Ich weiß nicht, ich habe mir schon ein paar Gedanken darüber gemacht, ob es moralisch richtig ist, Tagebücher anderer Leute zu lesen. Denn, egal ob sie tot sind oder nicht, es ist immer ein Eindringen in ihre Privatsphäre. Bei Anne Frank ist der Fall klar, immerhin war eine Veröffentlichung irgendwie ja ihr Wunsch, aber bei Kurt Cobain....? Viele böse Zungen behaupten ja, das sei nur Geldmacherei von  Courtney Love (=die Witwe). Ich habe keine Ahnung, ob es richtig war, sein Tagebuch zu publizieren.
Naja, es ist schwierig, darüber zu urteilen, wenn man in Wahrheit kaum mit diesem Thema vertraut ist. Vielleicht sollte ich mich mal mit einem richtigen Nirvana-Fan darüber unterhalten.
Für immer die eure
Muse

Sonntag, 17. Juli 2011

Von Staatspleiten und kaputten Systemen

Ich interessiere mich nicht groß für die Wirtschaft. Diese Branche voller Gier, Erfolg und Kommerz reizt mich kaum und passt so gar nicht zur leichten, individuellen, manchmal so widersprüchlichen Kunst, der ich mich eher verschrieben habe. Dennoch muss ich mich irgendwie mit diesem Sektor beschäftigen, vor allem in letzter Zeit.
Kommt es mir nur so vor, oder spricht seit geraumen Wochen jedermann von Schulden und Bankrotten? Egal ob die USA, die am 2. August vor der Zahlungsunfähigkeit stehen könnte (was, zugegeben, nicht ganz so wahrscheinlich ist), das liebe Italien, das ein milliardenschweres Sparpaket schnüren musste oder Griechenland, das sowieso schon "weg vom Fenster ist", um es mal ganz professionell auszudrücken.... Von den "Sorgenkindern der EU" (Zitat: äh irgendeine Zeitung) wie Spanien, Portugal und Irland will ich gar nicht erst anfangen. Nur China geht es offensichtlich gut, aber dass ist ja bei den unzähligen "Made in China" Schildchen kein Wunder.
Hm, ziemlich interessant mit an zu sehen wie alles zerbricht. Meine Eltern entstammen den Sechzigern, wo alles aufwärts ging, die Leute wohlhabender wurden und es jeder besser hatte, als in den kalten, schrecklichen Kriegsjahren zwei Jahrzehnte zuvor. Wir hingegen wurden in eine Welt hineingeboren in der - okay, wie kann ich das jetzt gut ausdrücken?- irgendwie alles den Bach runter geht. Klar, die Medizin macht Fortschritte, wir haben eine höhere Lebenserwartung, nicht jeder zweite krepiert an Tuberkulose und letzten Endes haben wir auch mehr zu essen, aber ganz ehrlich? Etwas läuft in unserem System falsch. Wieso habe ich ein Kühlschrank voller (wahrscheinlich gen-veränderter) Lebensmittel, während 10 Millionen Menschen (!) dem Hungertod nahe sind? Warum spazieren beängstigend dürre Mädchen den Laufsteg auf und ab, mit Klamotten auf dem Leib, dessen Preis womöglich einer kleiner Wohnung im nahen Osten entspricht? Wie kann es sein, dass die ach so gleichberechtigte USA noch nie eine weibliche Präsidentin hatte? Ich weiß, ich vermiese euch gerade so richtig die Laune, aber angesichts dieser Situation, muss ich meinem Schock irgendwie Luft machen.
Natürlich, das Leben ist schön und ja, es gibt so viele wunderbare Leute, die alles dafür tun, um die Erde ein Stückchen besser zu machen , dennoch, wenn ich wieder mal lese, wie Länder geldgeile Banken "retten", während Millionen Afrikaner einen qualvollen Hungertod sterben, frage ich mich wirklich, in was für einer Welt bin ich gelandet?
Ich weiß nicht, irgendwie habe ich das Gefühl, dass wir in einem kaputten, kranken System leben, in dem nichts gerecht verteilt ist. Vielleicht bin ich zu zynisch, zu pessimistisch und habe eine merkwürdige Art,alles zu verurteilen, aber.... beunruhigend ist das doch schon ein wenig, oder nicht? Das wirklich frustrierende ist: Ich bezweifle, dass es eine Lösung gibt. Menschen ändern sich beinahe nie. Die Geschichte wiederholt sich immer wieder und zeigt uns, dass wir nur sehr schwer unsere Laster, unsere negativen Charakterzüge verschwinden lassen können. Und wenn sich die Menschen nicht ändern, ändert sich auch nicht das System.
Okay, das hört sich alles ziemlich traurig an. Nicht die tollsten Zukunftsaussichten.
Ein gutes Mittel dagegen? Sich der Kunst - insbesondere der Literatur - widmen. Das beste Beispiel, dass die Menschheit vielleicht nicht vollkommen ist, aber dennoch unglaublich schöne, wunderbare und herzensgute Dinge hervorbringen kann.
Für immer die eure
Muse